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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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317
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allein royalistische Agenten, namentlich Baron Vitrolleö, in demHauptquartiere der Verbündeten mit der Anzeige ein, daß manzu Paris ihrer Ankunft mit Ungeduld entgegen sehe, sondernkam aus Paris ein Zettel mit der Aufforderung, zu wagen*)— muthmaßlich eine Sendung Talleyrandö. Daher zunächstbei den Verbündeten die Veranstaltung, die beiden Armeenwieder zu vereinigen, worin ihnen Blücher entgegen kam, undam 24. März im Kriegsrathe bei Sommepuiö unter freiemHimmel die Entscheidung, mit beiden Armeen nach Paris zuziehen und zur Beobachtung und Täuschung Napoleons denGeneral Winzingerode nur mit einem Corps ostwärts zu sen-den. So standen die Sachen am 24. März; das Schwertschwebte über Napoleons Haupte und er ahnte es nicht. ZumUnglück ward auch von Marmont und Mortier ein in Vertusgefundenes Schreiben an Tettenborn, worin Mittheilungenüber Kaiser Alexanders Entschluß, nach Paris zu marschiren,waren, nur für eine Kriegslist angesehen.

Als die Verbündeten ihren entscheidenden Zug nach Parisantraten, traten auch noch andere günstige Umstände hinzu.Lyon, die zweite Hauptstadt des französischen Reiches, war vonden tapferen Oestcrreichern unter dem Erbprinzen von Hessen-Homburg, unter Bianchi rc. erobert; Maison war genöthigt,aus Belgien nach Lille sich zurückzuziehen; Soult bei Orthezdurch Wellington besiegt; auf den Mauern von Bourdeaurwehte bereits die Fahne mit den Lilien, und in Paris arbeite-ten die Royalisten und Talleyrand — der baldigen Auslösungdes Kaiserthums entgegensehend — dazu mit. — Schwarzen-bergS Armee brach am 25. März frühe Morgens 3 Uhr aufund zog in drei Kolonnen, in der Richtung von Paris, aufFvre-Champenoise. Die schlesische Armee bewegte sich auf demWege von Etoges, Montmirail, Sezanne. Als Marmont undMortier, Napoleon folgend, in den Ebenen von Färe-Cham-penoise über Vitry und Sonde die Marne zu erreichen suchten,geriethen sie mitten unter die gegen Paris vorrückenden Ver-bündeten. An der Sommc-Soude stellten sich ihnen am 25.März frühe Morgens ansehnliche Massen Reiterei der Ver-bündeten: würtcmbergische unter Prinz Adam von Würtem-berg, russische unter Pahlen, österreichische unter Nostiz rc.,

Depeschen aufgefangen zu haben, welche wichtig und nicht ohne Ein-fluß auf den Marsch nach Paris gewesen wären.

*) Auf dem Zettel stand: „Vour pouver: tout ot vous n'oser ricn: osor:

<Iono uns kols."