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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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323
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Gewehren gezögert hatte. Nur einige tausend Nationalgardenhatten ordentliche Flinten, obgleich gegen 30,000 Gewehre inden kaiserlichen Waffenkammern lagen. Man theilte Pickenaus, die aber von einer Menge kampflustiger Männer mitUnwillen weggeworfen wurden. Als Moncey die National-garde zur freiwilligen Theilnahme an der Schlacht aufforderte,zogen einzelne Abtheilungen, gegen 3000 Mann, den Mar-schällen zu Hilfe. Joseph, Napoleons Bruder und dessenLieutenant-General in der ersten Militär-Division, Clarke, Kriegs-minister, Savary, Polizeiminster, Hulin, Stadt-Commandant rp.begaben sich auf den Montmartre. Die Kaiserin-Rcgentinhatte mit ihrem Sohne Paris verlassen. Auch eine der vielenfalschen Maßregeln!

Am 30. Morgens donnerten die Geschütze der Schwarzen-bergischen Armee; die Blücher'sche, etwas weiter zurück, konntewährend des Morgens noch nicht zum Angriff kommen. Schwar-zenbergs Kampfsäule unter Barclay de Tolly hatte es mitMarmont, Companö und Ornano zu thun. Die Russenkämpften um den Besitz von PreS Saint Gervais, Pantin,Romainville w. und um die Hohe von Belleville. Die Fran-zosen leisteten hartnäckigen Widerstand. Um Rajeffsky's Ba-taillons zu unterstützen und den Angriff aufzufrischen, ließBarclay de Tolly die Grenadier-Division Paökiewitsch auf denHöhen zwischen Montreuil und Romainville, die Grenadier-Division Knieschin gegen Romainville, die Grenadier-DivisionTschoglikoff in das Gehölz von Romainville und die preußischeFußgarde (wobei daS badische Garde-Bataillon) unter Alvens-leben auf Pantin vorrücken. Romainville und Pantin wurdenvon den Russen genommen, Montreuil erobert und der Herzogvon Padua, Arrighi, von der Hochfläche von Malastse ver-trieben. Prinz Eugen von Würtemberg nahm das Dorf PreSSaint Gervais, verlor eö aber wieder. Die Franzosen ver-theidigten sich mit Verzweiflung gegen das Anstürmen derRussen; sie wollten sogar das Dorf Pantin durch die GeneraleMichel und Boyer zurückerobern; allein die russischen Bataillonsder Generale Roth und Helfreich und die preußische und ba-dische Fußgarde unter Alvenöleben schlugen sie ab. Manschlug sich mit der größten Erbitterung bis um die Mittags-stunde. Gegen 11 Ilhr gewährte Barclay de Tolly seinenTruppen einen Augenblick Ruhe, um sich erholen zu können,zugleich auch, um die Colonne Blüchers und des Kronprinzenherankommen zu lassen. Joseph Bonaparte war noch immerder Meinung, daß nur ein Theil der feindlichen Macht vor