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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Am 8. Juli zog Ludwig XVIII. mit dem Hofe wieder in seinerHauptstadt ein, und nahm von Neuem Besitz von dem Reicheseiner Vater.

Der Feldmarschall Barclay de Tolly ging zu Ende Junimit der russischen Armee zu Mannheim und Oppenheim überden Rhein, ließ das Langeron'sche Corps zur Beobachtung derPlätze an der Saar und Mosel zurück, rückte mit der übrigen Armeegegen Chalons vor, wo er am 10. Juli eintraf und bald dar-auf Cantonncments beziehen ließ. — Die Schweizer-Armee warzu Anfang Juli ebenfalls über die französische Grenze gegangenund hatte den Doubs überschritten, wobei sich aber ein Theilder Armee des Vorrückenö förmlich weigerte und widersetzte.Am 17. Juli schloß General Bachmann einen Waffenstillstandmit dem Commandanten von Besanyon, General Marulaz, ab.— Ein sardinischeö Armee-Corps ging mit den Oesterreichernin die südlichen Departements von Frankreich. — Sogar dieSpanier machten noch einen Spaziergang nach Frankreich,allein blos um die englischen Subsidien zu erhalten, die ihnenbei dem Auöbruche des Krieges versprochen wurden, im Fallesie ihre Operationen auf französischem Gebiete begönnen.' Nochist zu bemerken, daß eine englische Escadre vor Touloi? erschienund ein englisch-sicilisches Corps von 5000 Mann zu Mar-seille landete.

Unter diesem Gewichte von Truppenmassen, wurde derzweite Pariser Friede am 20. November 1815 abgeschlossen,den alle Welt kennt. Die Kontribution wurde auf 700 Mil-lionen Franken bestimmt. Eine „Occupations-Armee" zur Erhal-tung der Ruhe Frankreichs in diesem Lande einige Zeit belassen.

Nachdem jene große Heerschau in der Ebene von Vertusgehalten worden war, an der 200,000 Mann Verbündeter Theilgenommen hatten, legte Fürst Schwarzenberg seinen Heerbefehlnieder und auch F.-M.-L. Radetzky verließ Frankreich und kehrtenach Oesterreich zurück.

Aus diesem glücklich beendigten Feldzuge von 1815 brachteRadetzky neue Ehrenzeichen heim. Er hatte nicht nur die Groß-kreuze des königlich hannöverischen Guelfen-, des großherzoglichbadischen Zähringer Löwen- und des königlich französischenLudwigs-Ordens, sowie den kaiserlich russischen Ehrendegenfür Tapferkeit erhalten, sondern auch sein Monarch hatteihm die k. k. Geheime-Raths-Würde unter dem 22. Juni 1815verliehen. Kaiser Franz trug damals Radetzky an, sich einebesondere Gnade von ihm zu erbitten. Wie leicht konnte Ra-detzky sich nun materielle Vortheile erwerben. Der edle Kriegerjedoch erbat sich von seinem Monarchen, den bekannten Unglück-