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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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am 9. April, um 7 Uhr Früh, auf die österreichischen Aviso-Posten, welche sich sogleich nach dem genannten Städtchen zurück-zogen. — Goito liegt am rechten Ufer des Mincko, zwei Stun-den oberhalb Mantua, eine Stunde weiter aufwärts, auf demlinken Ufer, das Dorf Pozzolo. Eine Compagnie des !. k. Re-giments Kaiser-Jäger, vierten Bataillons, unter HauptmannKnezich, hielt Goito besetzt; ein Bataillon Gradiscaner stand inPozzolo; der Rest der Brigade Wohlgemuth ebenfalls auf demlinken Ufer. Die Arbeiten zur Sprengung der steinernen Brückevon Goito waren durch den Regen der vorhergegangenen Tagegestört worden; das war der Grund, warum das rechte Ufer desFlusses noch nicht geräumt war. Uebrigens war es durchausnicht die Absicht der Oesterreicher, den Gegnern den Uebergangernsthaft zu verwehren.

Um zur Brücke über den Mincio zu gelangen, mußte Goitogenommen werden; General Bava besichtigte den Ort und dieUmgebungen; dann ließ er in 2 Colonnen den Angriff beginnen.Die Bersaglieri und Jäger der Brigade Königin kamen dreimalan das Dorf heran, das wohlgezielte Feuer der k. k. Jägercom-pagnie trieb sie jedoch immer wieder zurück, wobei der Oberstder Bersaglieri, della Marmora, schwer verwundet wurde. Ebenso mißglückte der Versuch eines Bataillons, durch eine Furth indie rechte Flanke der österreichischen Stellung zu gelangen. Mitt-lerweile aber ließ General Bava mehreres Geschütz unter MajorJallier auf den Anhöhen aufführen, und ein überlegenes Feueraus 16 Kanonen konnte nur durch eine einzige Batterie, die Ge-neral Wohlgemuth bei sich hatte, beantwortet werden. Schonhatte der Kampf bei ck Stunden gedauert, als Wohlgemuth derGoito vertheidigenden Jägercvmpagnie, welche durchaus nicht vomGefechte ablassen wollte, befahl, das Ort zu räumen und überdie Brücke sich zurückzuziehen. Die Brücke wurde hierauf ge-sprengt, wobei in Ermanglung einer Feuerleitung ein Oberfeuer-werker mit eigener Hand ein Stück Zündlicht an die Mine legte.Die eine Brüstung der Brücke blieb jedoch unversehrt. DieOesterreicher wollten sie jedoch auch zerstören; allein daS Feuerder piemontesischen Artillerie und der Jäger von Aosta hindertesie daran. Dieses Feuer zwang auch die Oesterreicher, die Ver-theidigung der Häuser am linken Ufer aufzugeben. Mehrerepiemontesische Truppen sprangen auf die unversehrte Brüstung,um die abziehenden k. k. Jäger zu verfolgen, deren Rückzug dieGradiscaner deckten. Die piemontesischen Sappenrs mußten dieBrücke herstellen und einen Brückenkopf anlegen. Die BrigadeWohlgemuth zog Tags darauf in der Richtung von Castel nuovo