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Wenn der Umstand eingetreten war, daß Carl Albert Zeitgehabt hatte, seine Kräfte zu sammeln, während man zuerst hoffendurste, ihn in der Vereinzelung zu treffen, und man sich alsodarauf gefaßt machen mußte, einen starken Feind in einersehr starken Stellung zu finden, wenn ferner ein Hauptzweck derUnternehmung, der Entsatz von Peschiera, bereits verfehlt war,so standen schon alle militärischen Gründe dem Fortsetzen derBewegung der Oesterreicher, wie sie anfangs beabsichtigt wurde,entgegen. Ein Feldherr ist aber nie blos der Führer seiner Armee,er ist nothwendig immer zugleich Staatsmann im höchsten Sinnedes Wortes; die Frage, ob man irgendwo eine Schlacht liefernsoll oder nicht, ist jedesmal auch eine Frage der höchsten Politik.Natürlich, denn was entscheidet mehr über das Geschick einesStaates, als eine Schlacht in diesem oder jenem Sinne. Nach denthörichten Begebenheiten des Mai in Wien war die Frage kaumabzuweisen, ob überhaupt fortan noch ein österreichischer Staat be-stehen werde, oder nicht; wenigstens schien die Armee die einzigeSicherheit dafür zu bieten. Bei der vollkommenen Machtlosigkeit,in welche die Regierung durch jene Begebenheit nothwendig ver-fallen gedacht werden mußte, erschien eö mehr als unwahrschein-lich, daß der Armee in nächster Zeit irgend bedeutende Verstär-kungen zugehen könnten, und doch bedurfte sie deren bei einem glück-lichen Ausfalle der Schlacht eben so sehr, um aus ihr den Nutzenzu ziehen, welcher es allein rechtfertigen ließ, das Leben so vielerTapfern einzusetzen, wie bei einem unglücklichen. Natürlich mußtealso die Nachricht aus Wien den F.-M. Radetzky jeden Gedankenan eine Fortsetzung der Bewegung, so schwer es auch dem altenHelden ankommen mochte, sofort aufgeben lassen. Geschwankthat er nicht, oder wenigstens nicht lange, denn schon in der näch-sten Nacht trat die Armee ihren Rückzug an. Es konnte somithier nur noch darauf ankommen, aus der ganz veränderten Lageder Dinge den möglichst größten Vortheil zu ziehen, und dasgeschah auch auf eine Weise, welche jedem Kenner die vollsteBewunderung abnöthigte.
In der Nacht vom 3. zum -1. Juni rückte die k. k. Armeein aller Stille aus ihrer bisherigen Stellung nach Mantua Daserste Corps ging durch die Stadt und lagerte auf dem Glacisder Festung, eine Brigade wurde zur Deckung gegen Marmirolo,Castiglione und Montaverno vorgeschoben (Brigade Benedeck).Das zweite Corps ging auch durch Mantua bis Stradella aufder Straße von Legnago und lagerte hinter dem Derbascobach.Das Reservecorps wurde zuerst bei Montanara und Curtatoneaufgestellt, bis die andern Corps durch waren, und rückte in