Regkerungsgewalt zu Hause von einem entschiedenen Siege inItalien abhinge, so sehr hing doch auch die Möglichkeit einessolchen, und besonders auch der Nutzen, den er bieten konnte,von jenen Zuständen ab. Es ist daher nur des FeldmarschallsEntschluß zu billigen, eine Zeit lang warten und die Zeit be-nutzen zu wollen, einige Verstärkungen an sich zu ziehen, seineDefcnsivstellung zu verstärken und nur dann sogleich zur Offen-sive zu greifen, wenn der Feind durch irgend einen Fehler einegünstige Gelegenheit dazu böte, oder durch seine richtig geleitetenUnternehmungen zwänge, aus der zuwartenden Stellung heraus-zutreten. Ucbrigens fest und unerschütterlich blieb der Entschlußdes alten Feldmarschalls, es koste was es wolle, den ungeschmä-lerten Boden des früheren Besitzes des erlauchten Kaiserhauses,der Armee aber den Ruhm zu erringen, in den schwierigsten Ver-hältnissen, die vielleicht je eine Kriegerschaar getroffen, durch Be-harrlichkeit im Wollen und unübertroffenen Muth im Handelnden Doppeladler seines Herrn und Kaisers bis an die frühe-ren Grenzen seines Gebietes siegreich wieder aufzupflanzen!Seitdem der Rücken der Armee wieder freier, die Verpflegung,die strategische Defensive gesichert war, durfte Radetzky mit größterZuversicht jedem Unternehmen des Gegners entgegensehen. Durchdie drei festen Plätze, die er noch hatte, war die strategische Lageseiner Armee für die Defensive wie für die Offensive noch voll-kommen gut, und für das Tactische, für das Gefecht war dieÜberlegenheit der Truppen durch die Schlacht bei Santa Lucia,durch die Erstürmung der Befestigungen am Curtatone und vorVicenza völlig ausgesprochen. Für den Feind dagegen schien dieUnternehmung äußerst schwierig. Wollte er Mantua belagern,so mußte er dazu sich erst noch ungeheure Mittel Heranschaffen,und das Unternehmen gegen die ganze österreichische Armee schützen.Wollte er dagegen diese erst schlagen, so mußte er sie in ihrerunangreifbaren Stellung bei Verona aufsuchen, wobei dann dieFestungen Mantua und Leguago im Rücken doch, wie eS scheint,nicht ganz außer Acht gelassen werden durften. Zuletzt aber standes Radetzky frei, Verona jeden Augenblick zu verlassen, und sichnach einer oder der andern seiner Festungen zu wenden. Sowurde von dem Feldmarschall beschlossen, sich vorläufig in derStellung auf dem Abfalle von Santa Lucia zu halten, sie durcheinige Erdwerke zu verstärken, damit ihr Verlust nicht die Gefahrbrächte, das Dcbouchö aus Verona zu verlieren. So wollteman abwarten, was Carl Albert thun würde.
Inzwischen sollte die Terra ferma des Venetianischen, dierückwärts liegenden treulosen Festungen, das Land am Garda-see zum Gehorsam gebracht werden. Den Auftrag erhielten