Buch 
Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
Entstehung
Seite
463
JPEG-Download
 

L63

nen Gartenmauern die Außenwerke dieser Position, welche durch3000 Mann und 4 Geschütze vertheidigt wurde. Die erstenösterreichischen Bataillons, welche an den Feind kamen, fandennatürlich einige Schwierigkeiten, stutzten auch hie und da, derFeind hatte die Vortheile des Terrains für sich und stand hinterMauern und Gräben. Als aber die beiden Brigaden Wohlge-muth und Supplikatz ganz in Action kamen, und auch die Bri-gade Strassolbo den Ort in der Fronte angriff, wurde der Feindrasch geworfen. Er verließ den Ort und floh ohne Aufenthaltbis zum Mincio. Der Angriff hatte sich in Somma Campagnaso zusammengedrängt, vaß die 3 Brigaden erst hinter dem Ortemit einiger Mühe sich wieder formtreu konnten. F.-M.- L. Wra-j tislaw ging nun zuerst bis S. Rocco, bann später, auf Befehl,

^ bis Oliosi, und schob von hier aus noch am Abend die BrigadeWohlgemut!) bis Salionze vor, wo sich die Vortruppen desselbendie ganze Nacht mit dem Feinde, der jenseits stand, herumschössen.Ein Theil der Brigade Strassolbo setzte sich in den Besitz desMonte Vento, dessen westliche Abfälle den Mincio berühren. Nochandere Truppen besetzten Valpercona und la Bnsetta.

Die Brigade Clam, linker Flügel des ersten Corps, hattei gar keinen Widerstand gefunden, gegen Mittag Custozza erreichtI und dort den Monte Torre besetzt. — Die Kavallerie hatte? gegen Villafranca hin auch keinen Feind entdeckt,l Das Reservecorps hatte gar keinen Theil an dem Gefechtei genommen; als es bei Rocola ankam, leistete nur Somma Cam-) pagna noch Widerstand; es entsendete eine Brigade zur Unter-^ stützung, die aber nicht mehr nöthig war, und marschirte dann' über Somma Campagna und Zerbara nach S. Giorgio in Salice,wo es für die Nacht lagerte.

F.-M. Radetzy verlegte sein Hauptquartier nach PalazzoAlzarna, eine Viertelstunde nördlich Oliosi.

Am 23. hatte man über alle Erwartung leicht und deml Verluste von kaum 100 Mann an Todten und Verwundeten eineni unermeßlich wichtigen Vortheil erkämpft. Der feindliche Aus-marsch war völlig gesprengt, die beiden Flügel des Gegners so' von einander getrennt, daß sie nur auf einem weiten Wege ihre; Wiedervereinigung bewerkstelligen konnten. Der linke Flügel warE überdem geschlagen und zersprengt, und brauchte für die nächsten2 Tage nicht mehr in Rechnung gebracht zu werden. Noch inl der Nacht erfuhr man, daß dieser ganze Flügel, der zum Theil^ am Tage zuvor noch bei Rivoli mit Thuru gefochten, in eiligsterFluchr sich nach Peschiera gewendet hatte. Daß er an nichtsdachte, als daran, am rechten User des Mincio seine Vereinigung