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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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mehrere Truppenteile der Blokade, wie ein Regiment der Bri-gade Acqui, die Brigade Königin, in Marsch gegen Roverbella.Am 14., nm 7'/g Uhr frühe, traf er zu Villasranca im k. Haupt-quartiere ein. Der König sprach sofort von der bedenklichen Lageder Armee, und hier wurde in Rücksicht darauf, daß Goito indem Besitze der Piemontesen sey, und darauf, daß die Gefechtemit dem General de Sonnaz den Feind auch in Unordnung ge-bracht haben würden, beschlossen, den österreichischen linken Flügelanzugreifen. General Bava wünschte sehr, daß dieser Angriff so-gleich unternommen würde, allein die Truppen waren ermüdet,die Brigade Aosta stand noch bei Mezzacane, die Lebensrnittelwaren eben erst angekommen, und es schien erwünscht, die heißenStunden zu vermeiden, die den Tag vorher mehreren Soldatendas Leben gekostet hatten. Aus diesen Gründen beschloß man,erst nm 2 Uhr Nachmittags von Villasranca aufzubrechen, undmit den Brigaden Piemont, Cuneo und Garden die Stellungenvon Custozza, Val di Staffolo und Svmma Campagna anzu-greifen. Die Brigade Aosta sollte als Reserve bei Acquarolihinter dem linken Flügel bleiben und zugleich Vallcggio beobachten.Mehrere Regimenter Reiterei sollten die Ebene in der rechtenFlanke gegen Pezzi, Calzvni und Dossobuono hin decken.

Die ermüdeten und erschöpften Bataillone der Brigade Simbschen(2 Haynan, 2 Prinz Emil, 1 Nugent, ein Deutsch-Banater)zogen in einer langen, unzusammenhängenden Colonne ihres We-ges dahin, um in die Stellung von Custozza einzurücken, als siesich plötzlich von einem heftigen Angriffe, vorzüglich in ihrer Mitte,überrascht sahen. General Simbschen war nicht da, so daß jederBefehl zu einem Zusammenwirken, wodurch die Gefahr alleinhätte abgewiesen werden können, fehlte. In der Eile, in derVerlassenheit stellte sich jedes Bataillon, so gut es konnte, zumGefechte. Die Brigade Cuneo zerschnitt durch ihr Vorgehen imStaffolothale die österreichischen Kolonnen, und trennte das Regi-ment Haynan, welches zunächst Custozza den Monte Torre erreichthatte, von der übrigen Colonne. Die Garde-Brigade griff denMonte Torre und Custozza an, die Brigade Piemont richtete ihreAngriffe auf das im Marsche befindliche Regiment Prinz Emilund einen Theil der Banater und gegen Somma Campagna, wosich der Rest der Banater und das Bataillon Nugent befanden,und die Brigade Cuneo fiel rechts und links dem Feinde in Flankeund Rücken. Die in der Mitte gesprengte österreichische Brigadewurde geworfen, ohngeachtet sich die einzelnen Theile mit vielerAusdauer schlugen. Das Regiment Haynan zog die Nacht nachS. Giorgio in Salice, der Rest der Brigade nach Verona.