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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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472
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hier wurde die Reiterei über Madonna del Monte in die Ebene hin-untergeschickt, um gegen Villafranca hin aufzuklären und zu dcmon-striren. Die Colonne setzte ihren Marsch gegen Zcrbcra fort. Dortangekommen, brachte die Meldung der Reiterei, es ziehe eine feind-liche Colonne in der Richtung von Verona gegen Somma Cam-pagna heran, einen Aufenthalt in die Bewegung, bis eS sichaufklärte, daß dieses kein Feind, sondern die Brigade Perin sey,welche der Commandant von Verona, General Haynau, nachSomma Campagna dirigirt hatte, wovon aber daS zweite CorpSnichts wußte. Nachdem sich so eine Besorgniß in Freude undZuversicht verwandelt hatte, wurde die Bewegung mit den Bri-gaden Pergen und Fritz Liechtenstein gegen Somma Campagna undla Berettara fortgesetzt. Die Brigade Kcrpan aber gegen denMonte Godio geschickt, um da zur Reserve zu dienen und zu be-obachten. In beiden Richtungen kam aber der Feind den Co-lonnen schon entgegen, indem sich auch um Mittag die Herzogevon Genua und Savoyen, welche durch den Rückstand von Le-bensmitteln vom Aufbruche zurückgehalten worden waren, zumAngriffe vorbcwegten. So stieß nun die Bewegung der Piemon-tesen schon ganz in der Nähe auf das zweite österreichische Corps,welches ihnen bereits in der Besetzung der Höhen von Sona undMadonna del Monte zuvorgekommen war. Hier entspann sich so-gleich ein lebhaftes Frontalgefecht, welches sich, wie in den modernenSchlachten durch das fast alleinige Vorherrschen des Tirailleurs-GefechteS, und besonders in solchem Terrain, wie das des Schlacht-feldes von Cnstozza, mit Cultur bedeckte Hügel, die keine Ueber-sicht für die höhere Leitung zulassen, zu geschehen pflegt, stunden-lang wie das Ringen zweier Athleten, welche sich an Kräftenziemlich gleich sind, wellenartig, hier ein Stückchen vor, dorteines zurück, hinschleppte, bis endlich die Ermattung beide Theileergreift und der nächste Druck des Einen oder des Anderen danndie Entscheidung gibt. So war man von Somma Campagnaüber la Berettara bis zum Monte Godio hin heftig engagirt.Die Brigade Pergen griff Somma Campagna an, brachte dievordersten Abtheilungen des Feindes zum Weichen; das Dorfselbst mit seinem Mauerwerke vermochte sie nicht zu nehmen,bis die Brigade Perin von der Flanke her anstürmte und die Ostseitedes Punctes angriff. Die Höhen, viele Gebäude wurden ge-nommen; aber noch hielten sich die Feinde im Dorfe; die Oester-reicher sanken in der furchtbaren Hitze vor Schwäche und Ermü-dung hin, und bedurften mehrerer Minuten, um sich zu erholen.Dann aber, wieder ermannt, aufgemuntert von ihren Führern,stürmten sie auf's Neue, verfolgten den Feind von Haus zu