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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Krieg zeigte sich in seiner schlimmsten Gestalt, Bürgerkrieg undPlünderung. Es war eine furchtbare Nacht. Als der Generalde Sonnaz Unterstützung forderte, wurde um 11 Uhr Nachts dasachtzehnte Regiment der Brigade Acqui, welches zur Einschließungvon Mantna am linken Ufer gehört hatte, und um 2 Uhr Mor-gens die Brigade Königin, welche von Governolo gekommen warund auch noch nicht gefochten hatte, nachgesendet.

Mit dem Tage suchte man einige Ordnung in das Gefechtzu bringen, und die Tiroler, Ungarn, Jnnerösterreicher, Steyrer,Eroaten, welche die unheimliche Nacht in Volta ausgeharrt hat-ten, leisteten neuen tapferen Widerstand dem Feinde, dessen er-haltene Verstärkung westlich von Volta vorging. Die BrigadeSchwarzenberg wurde nun auch in den Kampf gezogen und derFeind nicht nur aus Volta geworfen, in die Ebene zurückgeschla-gen, sondern auch zum Rückzug gegen Goito gezwungen. MehrereSchwadronen Reuß-Husaren, Bayern-Dragoner und Kaiser-Uhlanen verfolgten ihn. Vor größerem Verluste auf dem Rück-züge schirmte die Piemoutesen ihre überlegene Artillerie. VieleMannschaften der Brigaden Savoyen, Savonna und Königinrissen aus und eilten, Tschako und Tornister von sich werfend,die Heimath aufzusuchen.

Die Nachrichten von dem Vorgänge bei Volta hatten erstam 27. frühe um -1 Uhr das österreichische Hauptquartier inAlzarea erreicht. Der Ossicier, welcher sie bringen sollte, konntein der Nacht durch die Bagage und das Fuhrwerk auf den Straßennicht schnell und nur mit Lebensgefahr fortkommen.

Das 1. Corps und 1. Reservecorps waren aus eigenemAntriebe, mit dem Anbruche des 27. Juli, wie das Gefecht beiVolta wieder heftiger wurde, von Pozzolongo über Castellaroaufgebrochen; allein sie sahen nur noch, wie der Feind Voltaverließ und in aller Eile und großer Unordnung nach Goitound nach der Ebene von Cerlungo und Cereta zog. Der General-quartiermeister, F.-M.-L. Heß, war dem F-.M. Radetzky nachVolta vorausgeeilt. Dieser traf gleichzeitig mit den Corps derGenerale Wratislaw und Wocher nm Mittag daselbst ein.WratiSlaw niarschirte rechts auf den Höhen von Cavriano auf,Wocher nächst Volta. Die Brigade Perin war nach Valleggiomit 12 Geschützen beordert worden.

Diese letzten Schläge bei Custozza, Valleggio und Voltahatten endlich die Hoffnungen eines glücklichen Erfolges weitererAngriffe im piemontesischen Hauptquartiere tief erschüttert; man

weil der Feind gegen jedes Licht seine Schüsse aus Verstecken richtete...

Es war eine schauderhafte Nacht."