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bis nach Gravellone vor. Die Brigade Benedeck blieb bei Roccogciüiber von Piacenza stehen, um den Po zu beobachten. Am3. schickte Oberst Wyß schnell eine Escadron nach Bisnate vor-aus, um die dortige Addabrücke, 2 Stunden oberhalb Lodi, zubesetzen. Als er dann mit seiner Schaar nachgerückt war, undeine Biertelstunde jenseits bei Bnon Persico eintraf, bestand erein Gefecht gegen eine von Cassano herankommende feindlicheColonne von 3000 Mann mit 3 Geschützen, welche sich aber baldnach Vigliano und dann nach Mailand zurückzog. Am 3. ver-legte F.-M. Nadetzky sein Hauptquartier nach Lodi.
Wenn auf dem Marsche deS kaiserlichen Heeres das Land-volk dasselbe mit dem Freudenrufe: „unsere Befreier!" empfing, sogibt es Leute, welche diese Aeußerung lieber dem Bestreben, „gutWetter zu machen", oder der Sehnsucht „nach dem Ende derKriegödrangsalc" zuschreiben möchten, als einer aufrichtigen An-hänglichkeit an „den rechtmäßigen Herrn". Wohl ihnen! Daßes aber auch in der Lombardei, vorzüglich unter dem Landvolks,treue Unterthanen gab, weiß die unbefangene Welt, haben nament-lich damals die Bewohner des Dorfes le Grazie, nächst Mantua,beweisen, welche beim Einrücken der Picmontesen nach dem zwei-ten Treffen bei Goito hundert in der Kirche verwahrte österrei-chische Kranke und Verwundete „den Befreiern Italiens" ver-heimlichten. Die Kirchenschlüssel hatten sie zu sich genommen,und sie besuchten und pflegten ihre Freunde, ohne daß es derFeind gewahr wurde*). Auch ist es bekannt, daß bei der pie-montestschen Armee jeder Bauer im Mantnanischen für einen öster-reichischen Spion galt. —
In dem Maße, als die piemontesischen Truppen bei Mai-land ankamen, wurden sie in einem Halbkreise um Mailand herumaufgestellt, der rechte Flügel bei Chiesa Rossa am Canale vonPavia, das Centrum bei Vigentio, Gambaloisa, Buffarola, Ca-stagneto und Calvairate, der linke vor der Porta Orientale. Alleerhielten Befehl, Barricaden zu errichten, einige Werke auszuwerfen,
*) Bei Bava lesen wir hierüber Folgendes: „Der Ort (Nostra Signorabelle Grazie) hat eine ganz eigenthümliche Kirche, in deren Innern sichGruppen von Wachsstatuen in Nischen und in mehreren Reihen befinden,welche merkwürdige Ereignisse aus der Geschichte des Hauses Gonzaga,Wunderthatcn, u. s. w. vorstellen, weshalb Se. Majestät (Carl Albert)gewünscht hätte, sie zu sehen; aber die Schlüssel, um in dieselbe zukommen, konnten auf keine Weise gesunden werden. Man erfuhr später,daß der Feind beim eiligen Rückzüge mehr als 100 Verwundete undGefangene darin zurückgelassen habe, was uns von den Einwohnern sorg-fältig verborgen gehalten wurde, so groß war ihr Schrecken und zugleichihre Neigung für die Sache des Kaisers."