fortzuführen und den untern Po zu bewachen; dem F.-M.-LHaynau war nebenbei die Aufrechthaltung der Ordnung in demgesummten lombardisch-venetianischen Königreiche und zu diesemBehuf auch der Oberbefehl über alle in diesen Provinzen zurück-bleibenden Truppen übertragen worden.
Radetzky's Generalstab enthielt auch in dem neuen Feldzngedie nämlichen Hauptpersonen, mit welchen er im vorigen Jahre soGroßes geleistet hatte, die Generale Heß, Schönhals, Stwrtnik, rc.F.-M.-L. Heß war Chef des Generalstabes. Heß, damalsetwa 60 Jahre alt, ist ein magerer Mann, mit sprechendem, geist-reichem Auge, hellblonden Haaren, frischer Gesichtsfarbe, sehrlebendig in Bewegung und in Rede. Er ist ein militärischerStern erster Größe. — F.-M.-L. Schönhals war der erste
Generaladjutant. Schönhals, fast in gleichem Alter mit Heß, isteine große, ritterliche Figur. Er ist ein schlanker Mann, und seinGesicht mit offenen, edlen Zügen würde jugendlich genannt werdenkönnen, wenn Haupthaar und Bart nicht schneeweiß wären. Erblickt frei und offen in die Welt, und Jedem geht der Blick sei-nes glänzenden, sinnenden Auges zu Herzen. Seine Bewegungensind ruhig und sicher, eben so seine Sprachweise gemessen undgewählt, dabei aber voll Humor. Man könnte alle seine Worteniederschreiben und drucken lassen. Die Entwersnng seiner herr-lichen, poetisch schönen und zu Herzen gehenden Proklamationenund Armeebefehle ist ihm eine außerordentlich leichte Sache. — Ge-neralmajor Stwrtnik war Artilleriedirector, und GeneralmajorHlawaty Geniedirector der Armee.
Im Mittelpuncte aller Geschäfte des Hauptquartiers stehtder Feldmarschall selbst — wollte man das Bild der rechtenHand gebrauchen, so müßte man sagen: er hatte 1849 derenzwei — die Feldmarschalllieutenants Heß und Schönhals. —Den Feldmarschall umgeben die Officiere seines Generalstabes,seine General- und Flügeladjutanten, Intendantur- und Feldpost-beamte, sowie zahlreiche Ordonnanzofficiere, die berühmten „Kibitze"des Feldmarschalls. Wie der Kibitz unermüdlich hin- und her-sliegt und seinen Weg sucht durch Röhricht und Moor, durchGestrüpp und Sumpf, dabei aber immer heiter und wohlgemuthist, so auch die Ordonnanzofficiere, und deßhalb ihre Namen„Kibitze". Unter diesen Osficieren des Stabes befanden sich da-mals, unter anderen, Oberst Schütter, Generaladjutant, einjunger Mann von Talent, 36 Jahre alt; die Majore Mollinary,Diller und Leykamp, Flügeladjutanten; Major Eberhardt, Ge-neralcommando-Adjutant, ebenfalls junge, tüchtige Männer; Major