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ihre Bruder in Ungarn, leider Gottes! sehr verdunkelt. Sie erhieltendiese Erlaubniß und verkündigten es jubelnd ihren Kameraden.
Mittags gegen 4 Uhr am 19. März verließ daö Haupt-quartier S. Angel» und verfügte sich nach Torre bianca, um hierdas Nachtlager zu nehmen. Der Fcldmarschall verließ am20. gegen 6 Uhr Morgens Torre bianca und kam um 8 Uhrnach Pavia. Hier stieg er im Gasthofe „zur Lombardei" ab.Alles war mit Truppen angefüllt. Alles ohne eine Ahnung zuhaben, waS hier vor sich gehen würde. Erst als Regiment umRegiment, Batterie um Batterie unter klingender lustiger Feldmusikzum Ticino defilirte — da ging plötzlich ein Licht auf, daß hierder Uebergang der ganzen Armee stattfinden sollte. Auf allenStraßen, die von Osten und Norden her nach Pavia führen,waren die Colonnen des kaiserlichen Heeres herangerückt. Unge-fähr drei Stunden dauerte es, bis die verschiedenen Armeecorpsdie Aufstellung genommen hatten, nach deren Reihenfolge sie dasfeindliche Gebiet betreten sollten. Als endlich der Befehl zumFlußübergang erfolgte, setzte die Armee sich in Bewegung unddurchzog von Norden nach Süden mit klingendem Spiel dieStadt Pavia.
Wie bekannt bildet der Tcssin von seinem Austritt aus demLago maggiore bis zu seiner Einmündung in den Po unterhalbPavia die Grenze der Lombardei gegen Piemont. Bei Paviaaber ist es nicht der Hauptarm des Flusses, welcher die Grenzebestimmt, sondern zum Vortheil Oesterreichs ist diese hier überden Strom südwestwärts hinausgerückt an einen schmalen Seiten-arm desselben, der Gravellone genannt. Auf die von dem Gra-vellone und dem Tesstn eingefaßte Insel führt aus der Stadtüber letzter» eine große steinerne gedeckte Brücke, auf deren Mitteeine Kapelle steht. In dieser befand sich der Eingang zu einerMine, welche im mittelsten Brückenpfeiler angebracht war. DieInsel war von den Oesterreichern besetzt. Das 9. Jägerbataillonstand hier auf Vorposten, 2 Kanonen waren zur Bestreichungder Heerstraße aufgefahren. Dem Feinde verbarg die Insel Alles,was am Tessin vorging, so den Bau von zwei Birago'schenSchiffbrücken. Ueber den Gravellone führt eine beständige Schiff-brücke, der Bau von zwei anderen war absichtlich auf den Augen-blick des Uebergangs verschoben worden. Dieser Flußarm waraber so unbedeutend, daß ein Theil der Vorhut den Bau derLaufbrücken nicht abwarten mochte und ohne weiters durchwatete.Das Wasser reichte auch dem Manne kaum bis an das Knie.
Der Uebergang wurde auf den drei erwähnten Brücken be-werkstelligt. Die Ankunft der verschiedenen Armeecorps in Pavia
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