Piemontesen bei Novara betrug 111 Geschütze), nicht im Standewar, dieselbe nur um einen Fuß breit zurückzuwerfen. ErzherzogAlbrecht, der sich beständig im heftigsten Feuer befand und aufallen bedrohten Puncten in Person bemüht war, gleich seinemglorreichen Vater, Erzherzog Carl, die Truppen zu sammeln, zubegeistern und vorzuführen, hat eines der schönsten Blätter ausdem Siegeskranze des heutigen Tages wohl verdient.
Am 23. März hatte sich der Himmel seit dem Abmärscheaus Mailand zum erstenmale überzogen und blickte durch graueWolkenschleier trüb auf die Erde herab. Radetzky befand sichnoch in Borgs Lavezzaro, hatte eben eine Audienz den schönstensechs Mädchen des Dorfes bewilligt, welche durchaus dem Mar-schall die Hand zu küssen verlangt hatten, und hatte jeder freund-lich die Hand gereicht, als der Kanonendonner von Novara her-überschallte und bald von allen Seiten Adjutanten herbeiflogcn.Die Gewißheit, es bei Novara mit der Hauptmacht Carl Albertszu thun zu haben, war so schön, als daß man sie anfangs hätteunbedingt glauben können. „Hält uns bei Novara die piemon-tesische Armee," sagte F.-M.-L. Heß, „so kann ihr nur Gottallein weiter helfen." Radetzky hatte aber nicht so bald erfah-ren, daß er bei Novara mit der Hauptmacht des Feindes wirk-lich zu thun habe, als er dem dritten Corps und der ReserveBefehl ertheilte, in Eilschritten vorzurücken, und selbst mit seinemHauptquartier auf das Schlachtfeld ritt. Ungeheuer war dieLust, mit welcher die Soldaten dem Befehle zum Eilmärsche Folgeleisteten; es schienen selbst die Pferde der Batterien begierig, inden Kampf zu kommen, denn alles ging in kurzem Trabe vor-wärts. Von einer einzigen Trommel oft nur geführt, mar-schirten die Bataillone im schnellen Schritte, ja, sie liefen mehrals sie gingen. Der Anblick der Verwundeten, die ihnen ausdem Gefechte entgegen kamen, frischte ihren Muth noch mehr auf,und tröstend riefen sie den Kameraden zu: „Wir werden's ihnenHeimgeben." — Auch an die Generale Thurm und Wratislawließ Radetzky die Weisung ergehen, sogleich in des Feindes rechteFlanke zu operiren und auf Novara zu dringen.
Feldmarschall Radetzky ritt in scharfem Jagdgalopp auf dasSchlachtfeld, und als er Nibiola erreichte, fand er dort denHauptverbandplatz. Wie man die Fahne grüßt, still und feier-lich, so grüßte der Feldmarschall und Alle im Hauptquartiere dieverwundeten Soldaten; Alles ritt mit unbedecktem Haupte vor-über. Selbst die schwer Verwundeten hoben öfters die Handempor, um zu grüßen, wenn der Feldmarschall vorbeiritt. Vonda ritt Radetzky weiter vor auf eine kleine Anhöhe, und hinter