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konnten, aber dieser Blick fragte: „Nicht wahr, du bist zufrieden?"Der Soldat aber hat vor der Schlacht nicht gefragt: wo führstdn uns hin? — er ist vertrauensvoll gefolgt. — Radetzky kam: in Vignale an, einem kleinen Orte, hielt, umgeben von seinemj zahlreichen Gefolge, in der Mitte desselben an, und schickte sei-j nen Ordonnanzofficier, Graf Schönfeld von Reuß-Husaren, dem! jungen Könige von Sardinien entgegen, um ihm anzuzeigen, daßi ihn der Feldmarschall erwarte. Nachdem Radetzky eine Zeit langj gewartet, kam der König von Sardinien in vollem Galopp mit> seinem Gefolge angesprengt*). Der König küßte den Feldmar-l schall; das Gefolge grüßte die Umgebung Radetzky's, mit welchen^ Gefühlen, kann man sich denken. Alsdann ritten der König, derl Feldmarschall und der General Heß in den Hof eines nahelie-genden Hauses, wo nach viertägigem Feldzug über den Friedenunterhandelt wurde.
ES war ein großer historischer Moment. Die drei Männerstanden in der Mitte des Hofes zusammen, und in einem weitenKreise um sie herum Sereschaner in ihren rothen, reichverziertenKostümen. Die Unterhandlung dauerte über eine Stunde, undes wurden die Bedingungen eines Waffenstillstandes festgestellt.— Ehe der König sich wieder im Galopp entfernte, schenkteRadetzky ihm mit der größten Liebenswürdigkeit einen prachtvollenRappen, welcher in Mortara erbeutet worden war und demKönige gehört hatte**). Radetzky ritt von Vignale rasch nachNovara, wo er sein Hauptquartier in einem Palaste der FamilieBellini aufschlug.
An alle Armeecorps des Feldmarschalls erging der Befehl,nicht mehr vorzurücken, sondern in ihren ersten Stellungen zubleiben.
Ueber den Sieg bei Novara erließ F.-M. Radetzky am 24.März, 12 Uhr Nachts, einen Bericht an „ein hohes k. k. Kriegs-ministerium". Er schilderte beredt und treu die Verdienste seines
*) Hackländer, welcher bei dieser Zusammenkunft anwesend war, schreibthierüber: „Ich könnte nicht sagen, daß dieser junge König etwas Jmpo-nirendes oder nur etwas sehr Würdiges in seinem Aeußern hätte. Ertst klein, rollt seine Augen auf eine sonderbare Art umher, und trägteinen ungeheuren hellblonden Schnurr- und Knebelbart. Sein Anzugwar ganz phantastisch; er hatte eine Art reich verschnürten polnischenRock an, einen eben solchen als Dolman, wie ihn die Husaren führen,und auf dem Kopfe, stark auf's rechte Ohr gesetzt, eine Feldmütze mitrother Einfassung."
*") Diesen Rappen ritt der Stallmeister des Feldmarschalls. ... In Mortaraverlor der junge König sechs Pferde, welche den Oesterreich««! als Beutezufielen. Er erzählte dieses dem Grafen Schönfeld selbst.