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Wenige Tage nach dieser Nachricht von dem Frieden Sardi-niens traf in Italien die Knnde von der Unterwerfung Görgey'sund der magyarischen Revolutionsarmee ein. Der letzte Anhalts-punct für einen fortzusetzenden Widerstand war damit für Venedigverschwunden, und am 22. August überbrachte eine Abordnungins österreichische Hauptquartier den Beschluß von VenedigsBevölkerung, des Feldmarschalls jüngste Bedingungen anzunehmen.Die Verhandlungen wurden auf dem Landhause Papadoli beiMestre, zwischen den Generalen Gorzkowsky und Heß und demCiviladjuncten Grafen Marzani österreichischer Seits, und GrafDatario Medin, Nicolo Priuli, Advocat Calucci, als Vertreterder Municipalität, Ingenieur Cavedalis im Namen der Armee,und Antonini als Vertreter des Handelsstandes venetianischerSeits, abgepflogen und die Kapitulation festgestellt. Die Bedin-gungen derselben bestimmten, daß nebst einer Anzahl nament-lich zu bezeichnender Personen alle zu den Insurgenten übergetre-tenen k. k. Officiere sich zu entfernen haben Alles übrige erhieltnach Abgabe der Waffen vollständige Verzeihung. Die Besetzungder Forts durch die Oesterreicher sollte am 25., die der Stadtund des Arsenals nebst Uebernahme der Flotte am 27, dieBesetzung von Chioggia, Burano, u. s. w. am 29. erfolgen.Die Besetzung der verschiedenen Forts der Inseln, der Stadt,u. s. w. erfolgten demnach in den Tagen des 25. bis 3l. August.Tausende,, welche im März 1848 in »»erfahrnem Sinn widerOestereich geschrieen und getobt hatten, ergossen sich nun beimAnblick der kaiserlichen Fahnen in aufrichtigen Jubel, und gelobtenaus voller Ueberzeugung Treue und Gehorsam dem milven Herr-scherstamme. — Der erste Schritt des menschenfreundlichen Sie-gers war die einstweilige Einstellung der Verbrauchssteuer, umdie Einfuhr der Lebensmittel für die bedrängte Armuth zu er-leichtern.
Mit welchen Gefühlen übernahm wohl die kaiserliche Armee— sagt ein ehrenwerther Schriftsteller — nach ihrem Einzüge inVenedig die Ueberbleibsel der reichen KriegSvorräthe, welche, früherihres Monarchen Eigenthum, nun gegen dessen treue Soldatenin verschwenderischem Maße gewüthet hatten: Zwar ist es nicht zu-nächst das Menschenleben, welchem das mörderische Eisen bei Belage-rungen gewidmet ist, denn es gilt hier mehr der Zertrümmerungdes Materiellen und seiner Schutzwehren; dennoch waren auchjene Opfer empfindlich genug. Die Zahl der getödteten und(meist schwer) verwundeten Oesterreicher über die Dauer der Be-lagerung wird auf 900—1000 Mann angeschlagen. In den vorMalghera, nach den Worten eines heldenmüthigen Kriegers, zu
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