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Kirchhöfen verwendeten Batterien fanden allein 200 wackere Ar-tilleristen den Tod, viele unmittelbar, andere in Folge derAmputation. Aber auch taufende von kräftigen Kriegern erlagenden bösartigen Fiebern und taufende haben die traurige Aussicht,an den Folgen dieses Uebels zeitlebens zu kränkeln.
Den Belagerern von Venedig ist die Würdigung ihrer Aus-dauer und Verdienste von Seite ihres Kaisers im vollen Maßezu Theil geworden. Franz Joseph hat in Wirklichkeit eine mili-tärische Erziehung genossen; er war im Feldlager, als man diesiegreichen Fahnen bei Santa Lucia, Curtatone, Vicenza, rc. ent-faltete, hat des Krieges und seiner Getreuen Bekanntschaft ge-macht, und Verdienste zu würdigen gelernt.
Am 30. August hielt F.-M. Radetzky selbst seinen feierlichenEinzug in dem bezwungenen Venedig. — Der Himmel hatte sichin sein schönstes reinstes Blau gekleidet, — die Sonne ihrenblendendsten Glanz aus die Kuppeln und Thürme der Stadt aus-gegosscn — und spiegelte sich bedeutungsvoll in den Symbolendes Glaubens, die auf ihren Spitzen thronen. Auf dem Marcus-thürme wehete eine große schwarz-gelbe Fahne und auf den dreiMasten vor der Kirche große kaiserliche Flaggen. Alle Palästeund Häuser am Kanal grande, u. s. f. schmückten sich mit Teppi-chen und anderen Festgewanden, denn Oesterreichs Held, Italienswahrer Befreier, sollte seinen Einzug halten in die alte Residenzder Dogen, und wahrlich, keiner der gepriesenen Männer der alten,glorreichen Republik hatte eö ihm zuvorgethan an Heldengrößeund Staatsklugheit im schönsten Bunde mit Großmuth und Milde.Mit fliegenden Fahnen und klingendem Spiele reihten sich dieösterreichischen Bataillone, gegenüber dem viceköniglichen Palaste,auf dem ebenfalls geschmückten Marcnsplatze. Eine große SchaarOfficiere jeden Ranges versammelte sich auf der Piazza, um denhochverehrten Führer zu erwarten. Ferner Kanonendonner ver-kündete bald seine Ankunft, und langsam und feierlich sah manendlich die großen kaiserlichen Hosgondeln aus der Mündung desgroßen Kanals herabschwimmen. Da entluden sich die Geschützeder im Hafen aufgestellten Kriegsschiffe, die sich zugleich, wie miteinem Zauberschlage, mit all' ihren Flaggen schmückten. Feierlichmischte sich der erhabene Ton der großen Marcusglocke in diesenkriegerischen Gruß. Eine Gondel nach der andern fuhr vor dieStufen der Piazetta, und heraus stiegen die edlen, ritterlichenGestalten der wackern Kämpfer der italienischen Armee: Generäle,Stabs-, Genie- und Marine-Officiere und viele andere von allenWaffengattungen, und schloffen sich an die schon Wartenden an.Endlich nahte die letzte Gondel, da stand der Feldmarschall selbst,