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Maßstabe, Statt. Ein entscheidender Schlag hätte Alles endenmögen. Aber schon trat der Mangel an Einheit, Einigkeit unddaher an Energie hervor, der in einer späteren Epoche so schmerz-liche Folgen bereiten sollte. Merino, nach Alava gezogen, ließsich in Streitigkeiten über die Verpflegung seiner Castilianermit den Anführern in jener Provinz ein, die da behaupteten,eine jede Provinz müsse ihre Truppen unterhalten, und denCastilianer deshalb auf Castilien verwiesen. Mangel riß ein;Merino, anstatt fest auf die Hauptstadt zu marschiren, zaudertefort: der größte Theil seiner Truppen, seit vielen Tagen ohneLebensmittel, zerstreute sich.
Christina aber zitterte. Sie fühlte dem Sturme sich nichtgewachsen, den ihr Ehrgeiz hervorgerufen, und eilte, dem Für-sten, dessen Platz sie usurpirt, Vorschläge zu machen. Carl V.,damals in Portugal, nahm sie mit der Verachtung auf, dieallein ihnen passende Antwort war: er kannte sein Recht undfühlte die Pflicht, ganz es zu behaupten. Da schon zeigte sich,wie wenig die Anführer der Parthei, die liberal will genanntsein, sich scheuten, zu den entehrendsten Maßregeln ihre Zufluchtzu nehmen, wenn sie so dem Ziele ohne Gefahr sich zu nähernhofften. Sie übersandten dem schon geschwächten, aber dennochgefürchteten Merino eine Ordre, mit der verfälschten UnterschristCarls V. versehen, durch die ihm geboten ward, den Rest seinerTruppen, da Kampf nun hoffnungslos, zu entlassen. Der treu-herzige Greis, unfähig, solche Niedrigkeit zu ahnen, vollführtemit Schmerz seines Königs Befehle.
Die Anhänger Christina's triumphirten und benutzten dengünstigen Augenblick zur erbarmungslosen Rache. In allenStädten, im ganzen Königreiche wurde dem Beispiele der Re-sidenz gemäß unermüdlich gearbeitet, den überall drohenden Auf-stand in Blut zu ersticken, auf den Leichen der Loyalen solltedie Herrschaft der Usurpation sich befestigen. Die Kerker wur-den bald überfüllt durch die Unglücklichen, welche in stets er-
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