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gewünscht, der bewähren soll, daß er würdig ist, um den Preisder Tapferkeit mit Kriegern zu ringen.
Weithin zur Linken ertönte ein Schuß, ihm folgten Tau-sende; die Jäger-Compagnie *) des Bataillons stürzte auf dasSignal, in Tirailleurs sich auflösend, gegen die Vorposten-Linieder Feinde, welche langsam zurückwich, bald aber durch bedeu-tende Massen unterstützt wurde, gegen welche zu schwach auchunsere Tirailleurs gelegentlich verstärkt werden mußten. Unge-wiß hin und her wogten nun die Feuer-Linien, ohne daß langeetwas Entscheidendes unternommen wäre; zu unserer Linkenaber ertönte fortwährend lebhaftes Flintenfeuer, von häufigenKanonenschüssen übertäubt. Ich verfluchte schon die Idee, welchediesem Bataillone mich anschließen machte, da es dem Anscheinnach nur den Feind zu beschäftigen bestimmt war. In der Thatmußte es niederschlagend sein, regungslos hinter der Höhe zuliegen und nur von Zeit zu Zeit Verwundete, in tiefem Schmerze
*) Die Bataillone bestehen in Spanien aus acht Compagnien, vondenen zwei, die Grenadier- und die Jäger-Compagnie, als Elite— <le prelerencia — bezeichnet werden. Sie formiren an derTkte und Queue des Bataillons, wählen ihre Leute aus den übri-gen Compagnieen und haben im Kriege, da sie stets ergänzt wer-den, oft die doppelte oder dreifache Stärke derselben. Sie sindstets die ersten und letzten dem Feinde gegenüber, leiden daherimmer unverhältnißmäßig, weshalb die Officiere, die beste» des Ba-taillons, auch mehr Avancement haben, wenn sie mit dem Lebendavonkommen. Die Compagnie, welche 125 Mann stark sein soll,zählt einen Capitain, zwei Premier-, zwei Seconde-Lieutenants.Im Kriege führt sie natürlich oft ein Seconde-Lieutenant, in meh-reren Fällen sah ich selbst einen zweiten Sergeanten — Unteroffi-cier — die Compagnie mehrere Tage lang commandiren, da stetsaußerordentlich viele Officiere der Carlisten, ganz im Gegensatzeder Christinos, blieben.