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V.
^ Es ist Viel über die empörenden Grausamkeiten geschrieben,
! die allgemein wie besonders gegen die Kriegsgefangenen vonbeiden Partheien im spanischen Bürgerkriege begangen sind; undi — wie die Umstände es mit sich brachten — die öffentliche Mei-i nung hat sich allgemein gegen die Carlisten als Urheber und; Hervorrufer jener Schreckens - Scenen ausgesprochen. Dieses war^ natürlich. Die Constitutionellen hatten zu ihrer Verfügungzahlreiche öffentliche Blätter, durch die sie sich bemüheten, diez Ereignisse so darzustellen, wie es ihren Zwecken genehm war.
Sie schilderten jede neue Rachethat der Carlisten mit den schwär-! zcsten Farben, die ihre Phantasie hervorzubeschwören vermochte,
! während sie die unglaublichen Frevel, durch die jene Thaten^ hervorgerufen und ihre Gegner zu wildester, rücksichtsloser Ver-zweiflung gereizt sein mußten, ganz mit Stillschweigen über-gingen. Sie fanden aber in der liberalen Presse der Nachbar-länder eifrige Verbündete, welche sich beeilten, die so entstelltenThatsachen zu verbreiten, durch ganz Europa den Schrei desAbscheu's gegen die Royalisten Spanien's ertönen zu machen.Diese dagegen besaßen nicht solche Zeitschriften, selbst nicht Zeitzum Schreiben und zum Aufklären des Truges, sie waren ge-nöthigt, zu den Verleumdungen zu schweigen, die meistens wohlnicht ein Mal bis zu ihren Bergen und Lagern durchdrängen;und wenn etwa eine vereinzelte Stimme in der Fremde zurRechtfertigung der schmählich Verleumdeten sich erhob, war siebald durch hundertfaches Geschrei der Getauschten oder bei derTäuschung Jnteressi'rten übertönt und erstickt.
Ich werde durch Thatsachen, von deren Genauigkeit ich michzu überzeugen Gelegenheit hatte, das gegen die Carlisten alsMenschen so allgemein herrschende Vorurtheil zu bekämpfen su-