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aller der tausendfach wiederholten Excesse mich einzulassen, die infast allen Theilen, allen Hauptstädten der Monarchie gegen Car-listen ausgeübt wurden, weshalb ich mich begnüge, diese Gräuelim Umrisse anzudeuten.
Zuerst wandte sich die Wuth des Volkes gegen die Mönche:i in Madrid erstürmten wilde Haufen die Klöster, ermordetenviele seiner Bewohner, verjagten die übrigen, welche bei jedemSchritte neue Mißhandlungen zu leiden hatten; die Regierungwollte oder mußte schweigen. Zaragoza, Barcelona, Valencia,fast alle Hauptstädte der Provinzen und viele andere Orte folg-i ten dem Beispiele der Residenz: die Mönche wurden niederge-^ metzelt oder im Falle hohen Glückes ins Weite gejagt, Hungerszu sterben oder den carlistischen Guerrillas sich anzuschließen,denn die erbärmliche Unterstützung, die die Regierung ihnen zu-sagte, wurde Jahre lang nicht gezahlt. Dann wurden die herr-lichen Klostergebäude geplündert, oft zerstört, die reichen Denk-male der Kunst und Wissenschaft, die in ihnen aufgehäuft waren,barbarisch vernichtet, die Kirchengüter um Spottpreis hingegeben,die Kostbarkeiten verschwanden unter den Händen der Behörden,denen Niemand Rechenschaft abforderte, die heiligen Gefäßewurden zum niedrigsten Gebrauche mit Spott herabgewürdigt.Wer Schmerz, wer Bedauern auszudrücken wagte, war ein Feinddes Volkes und litt als solcher.
Als General Guergue im Jahre 1835 nach Catalonien ge-zogen war, siel der ausgezeichnete Oberst der Cavallerie O'Donnellmit einigen hundert Mann in die Gewalt der Feinde; derElliot'sche Vertrag sicherte ihm das Leben, und er ward mitvielen andern Gefangenen in die Citadelle von Barcelona ein-geschlossen. Am 4. und 5. Januar 1836 erhob sich das Volkder Stadt und forderte den Tod der Gefangenen. Die Behör-den zogen sich nach einigen Vorstellungen zurück und beschlossen,sich ganz passiv zu verhalten. Das Volk erstürmte ohne Blut-vergießen die feste Citadelle, deren Gouverneur ohne Vertheidigung