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ein, in der solches Elend herrschte, daß der Gouverneur am 24.dem anfragenden Generale durch den Telegraphen meldete, wieer nur noch einen Tag sich halten könne.
Der Jubel der Christines war unendlich: die Folgen soentschiedenen Sieges mußten groß sein und er zeigte unzweifel-haft, wie die Carlisten noch nicht in geregeltem Kampfe denüberlegenen Massen ihrer Feinde entgegentreten dursten. DieHoffnung derselben, ohne weiteres Blutvergießen der wichtigenStadt sich zu bemächtigen, war ihnen verderblich geworden,da sie gewiß früher sie genommen hätten, wenn seit dem An-fange Decembers kräftig der Angriff fortgesetzt wäre. — In derAction am 24. verloren die Christinos etwas über 2000 Mann,die Carlisten nur 600, büßten aber ihre schwere Artillerie, dreiund zwanzig Geschütze, ein, da der Fuß hoch liegende Schneedie Fortschaffung unmöglich machte.*) Espartero, der noch un-entschlossen beim Beginn des Kampfes unwohl in Portugaletesich befand und erst, als der Kannonendonner ertönte, seinerArmee nacheilte, verdankte seinen Sieg der Entschlossenheit unddem Talente des Chefs des Generalstabes, General Oräa, undvor Allem, wie sein Bericht anerkennt, der thätigen Mitwirkungder englischen Marine. Er wurde zum Grafen von Luchana er-nannt. Villareal verlor den Oberbefehl, welcher dem JnfantenDon Sebastian und unter ihm, als Chef des Generalstabes fun-girend, dem General Moreno übertragen wurde.
Während der ersten Monate des Jahres 1837 wurden vonden Christinos die größten Vorbereitungen getroffen, um im
*) Mein braver Camerad, Bernhard v. Wessen, früher Lieutenant inkönigl. Preußischem Dienste, ward gefangen, da er seine Batterienicht verlassen wollte und bis zum letzten Augenblicke feuerte. Erfiel, kaum ausgewechselt, in der königlichen Expedition 1837