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listischen Theiles der Provinz; die Stadt, im Innern freundlichund durchströmt von der Ega, war nun doppelt belebt undblühend durch die Ausgewanderten, welche ihr eigener Eifer oderrevolutionaire Unduldsamkeit dorthin getrieben hatte. Die Be-festigung war seit dem Angriffe Oräa's bedeutend gehoben; dadie Stadt in einem Kessel liegt, waren rings die sie umgeben-den Höhen mit selbstständigen Forts und Werken gekrönt, derenFeuer, überall sich kreuzend, wechselseitig sie vertheidigte, die zuder Stadt führenden Wege und Schluchten beherrschte und sodie Annäherung sehr schwierig machte. Ich traf in Estella einenbefreundeten Officier, mit dem ich während ein Paar Wochenvereint gefangen gewesen, und der mich dem General Garciavorstellte, von dem ich zum General Uranga gesandt wurde, dadieser als commandirender General der vier Provinzen währendder Abwesenheit Sr. Majestät zurückgelassen war. Er war inder Armee unter dem bezeichnenden Namen des guten Dumm-kopfes bekannt: seine rühmlichsten Eigenschaften bestanden inunbegränzter Herzensgüte, Redlichkeit und der Treue für seinenMonarchen, zu dessen Vertheidigung er das Schwerdt ergriffen.Seine Talente entsprachen leider nicht der hohen Stellung, dieihm anvertraut war, wiewohl er Vieles dadurch ersetzte, daß erstets bereit war, den Rath erfahrener Männer zu erbitten undzu befolgen. Uranga bestimmte mich nach freundlicher Aufnahmeund langer Unterredung zu dem Generalstabe von Navarra, daGeneral Garcia mich dazu erbeten hatte, von dem ich sofort,nach Estella zurückgekehrt, auf das schmeichelhafteste empfan-gen wurde.
Don Francisco Garcia war bei dem Ausbruche des Auf-standes Pr. - Lieutenant der freiwilligen Royalistcn; Bravourund Talent hoben ihn rasch zu den höchsten Graden. Ohnemilitairisch - wissenschaftliche Bildung ersetzte er diesen Mangeldurch lebhaften, das Verwickeltste mit Leichtigkeit auffassendenVerstand und durch genaue Kenntniß von seiner vaterländischen
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