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dem Dörfchen Allo in dem reichen Solana-Thale aufgebrochen,von wo aus er die zur Deckung der Arbeiten in Lerin aufge-stellten Truppen beunruhigte. Am Abend marschirten wir vondort ab, gegen Westen uns richtend, und durchschnitten mehrereStunden lang bald fruchtbare Thäler, bald auf schmalen Fels-wegen unwirthbare Bergrücken, wobei wir uns mit vieler Vor-sicht und Anempfehlung von Stille bewegten und fortwährendDetachements zur Rechten und Linken entsendeten. Endlichmachten wir Halt, und die Freiwilligen streckten compagnieweise,das Gewehr im Arm und in die bunten Decken gehüllt, zukurzem Schlafe sich hin, während der General Meldungen em-pfing oder eifrig mit vier Landleuten redete, die kurz vorher zuuns gestoßen waren. Plötzlich ward mit leiser Stimme derAufbruch befohlen, kaum hörbar durchlief dumpfes Gemurmeldie Reihen, selbst die Cigarren mußten ausgelöscht werden, undnur das gleichmäßige, vage Geräusch der marschirenden Batail-lone — es waren ihrer drei vereinigt geblieben — tönte durchdie Stille der Nacht. Da ward auf geringe Entfernung eindunkeler Gegenstand sichtbar, von dem bald das bekannte »8sn-tinels alsi-ta«, weit zurück hinsterbend, herüberschallte, und»Peralta, Peralta!« säuselte ein leises Flüstern die Marschko-lonne hinab: es war in der That die bedeutende vom Feindebefestigte Stadt Peralta, durch ganz Spanien wegen der aus-gezeichneten Weine seiner Umgegend bekannt.
Der General blieb mit den Bataillonen hinter einem nahenOlivenhölzchen stehen, während zwei Grenadier-Compagnien,an deren Spitze er mich und einen andern Officier seines Sta-bes gestellt, von zwei Landleuten geführt vorwärts schlichen, je-den Busch, jede Vertiefung zur Deckung benutzend und oft aufdem Bauche über offene Stellen fortkriechend. Unbemerkt ge-langten wir bis unter die Mauer, wo sie kaum neun Fuß hochvon dem Felsen sich erhob, in den der Graben geöffnet war;rasch wurde die mitgebrachte Leiter angesetzt — da tönte wieder
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