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Escadron von Cantabrien, die den Ebro nahe seinen Quellenpassirt hatten und die Junta von Castilien uns zuführten. DieMitglieder derselben, von einem Geistlichen prasidirt, schienen vonAllem zu wissen mit Ausnahme dessen, was ihre Pflicht betraf:während die einfachsten Regeln in der Verwaltung ihnen ganzunbekannte Dinge waren, wußten sie wohl ihre Koffer tüchtigzu füllen. Auch ist nie bekannt geworden, was diese Juntagewirkt hat.
Sie setzte sich in Sän Leonardo fest und mit ihr wurde indem Gebirge zwischen Burgos und Soria das 5. Bataillon vonCastilien unter Oberst Barradas zurückgelassen, der den Auftragerhielt, Rekruten auszuheben, einige Punkte zu befestigen undgroße Magazine von Lebensmitteln und sonstigen Kriegesbedürf-nissen anzulegen, da Zariategui, im Fall ein Rückzug nöthigwürde, sich hieher ziehen und hier behaupten wollte. Dannkreuzte die Division, nun in acht Bataillonen und vier Esca-dronen 4300 Mann und 310 Pferde stark, die große Heerstraßenach Frankreich zwischen ALanda und Lerma, überschritt am 31.bei Roa den Duero und rückte, ohne irgend Widerstand zu fin-den, in die Provinz Segovia vor.
Am 3. August Nachmittags standen wir vor Segovia, zwölfMeilen von Madrid entfernt, einer alten Stadt von 15000 Ein-wohnern, die als Hauptort der Provinz, wegen seiner Münzeund großen Tuchfabriken von hoher Wichtigkeit ist; auch schloßsie mehrere militärische Etablissements in sich, das große Cadetten-Jnstitut des Königreiches, Stückgießereien, Gewehrfabriken undbedeutende Niederlagen von Kriegsbedürfnissen jeder Art. DieStadt war mit einer hohen Mauer umgeben, die durch vor-springende Thürme flankirt war. Sofort wurde die Dispositionzum Angriff gemacht, indem die Brigade Castilien zur Erstür-mung des uns gegenüberliegenden Thores bestimmt ward, wäh-rend die Brigaden Vizcaya und Guipuzcoa rechts und links dieMauer escaladiren würden; Navarra blieb nebst der Cavallerie
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