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empor. Nach wiederholtem Klopfen antwortete zitternd einefeine weibliche Stimme; mit der Versicherung, daß sie persön-lich Nichts zu besorgen habe, verband ich die Drohung, das' Haus in Brand zu stecken, wenn sie nicht sofort öffne. DasFenster flog auf, und mit Entsetzen sah ein junges, reizendesMädchen, kaum mit dem übergeworfenen Tuche bedeckt, ihr Zim-mer mit bärtigen Grenadieren gefüllt. Der Ausdruck derStimme, da sie halb ohnmächtig auf einen Stuhl sinkend:
! »osballoro, por vios!« *) mir zuhauchte, erschütterte mich! tief, und ich eilte aus dem Heiligthume sie zu führen, zudessen rücksichtsloser Verletzung ich das Werkzeug gewesen war.Auf dem Vorplätze übergab ich sie der Mutter, die entsetzt beidem ungewöhnlichen Lärm herbeieilte. Natürlich sah ich dieDamen, welche einer der ersten Familien der Provinz angehör-ten, nicht wieder; mehrere Jahre später traf ich aber in Morelladen Bruder des jungen Mädchens, einen ausgezeichneten Offi-cier im Sappeur-Corps, der damals im väterlichen Hause sichaushielt und oft über die tragikomischen Scenen jener Nachtlachte.
Mit den größten Vorsichtsmaßregeln wurde bewirkt, daßeine Wache, die im anstoßenden Hause sich befand, nicht dasmindeste Geräusch hörte, bis wir, so wie der Tag graute, aufdie Straße stürmten und ein lebhaftes Feuer eröffneten, um inder Stadt Verwirrung zu erregen und die Unseren zu benach-richtigen. Während die eine Compagnie das nahe Thor öffneteund die schon harrenden Bataillone einließ, durchstreifte die an-dere, in Patrouillen vertheilt, die Straßen, wo der Feind, ohnean Widerstand zu denken, dem Fort zueilte. Mit vier Mannverfolgte ich einige Flüchtlinge und hatte fast sie erreicht, als sieum eine Ecke bogen und uns ein lebhaftes Flintenfeuer entge-
) eskalier« entspricht dem trne gemlemsn der Engländer.