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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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großer Fehler des Generals, daß er in jener Lage der Dingezu ähnlicher Capitulation seine Zustimmung gab; aber die feind-lichen Anführer zeigten sich erbärmlich schwach und feige, da siemit solchen Vertheidigungsmitteln und an Nichts Mangel lei-dend die Zeit der Übergabe siriren konnten, ohne nur einenSchuß zu thun. Viel mochte zu diesem Entschlüsse die Minebeitragen, deren Vorschritt im Fort wohl erkannt war, da dieEinstellung jeder Arbeit zur ersten Bedingung gemacht wurde;weit mehr aber die moralische Schwäche und Entmuthigung, diedamals unsere Gegner ergriffen hatte. Wie die feindlichen Trup-pen den Widerstand schon für unnütz hielten und überall ohneSchwerdtstrich -wichen, wie das Volk sich nicht mehr scheute, freiseine Sympathie zu erklären, da es die Herrschaft der Carlistenstabil in der Provinz glaubte, weil es für den Augenblick sieunbestritten sah, so sing auch Zariategui an, sich für unbesieg-bar, unangreifbar zu halten und war, durch seine bisherigenErfolge aufgeblasen, überzeugt, daß Niemand wage, im ruhigenBesitze des Genommenen ihn zu stören.

Kleine Detachements wurden durch die Provinzen Palencia,Leon, Zamora und Salamanca entsendet, und Brigadier Jturbebesetzte mit seiner Brigade die alte Stadt Toro am Duero,während die neu gebildeten Bataillone das ganze Duero-Thalund den Gebirgszug zwischen Burgos und Soria beherrschten.In Valladolid aber strömte von allen Seiten die junge Mann-schaft herbei, um unter dem Banner ihres rechtmäßigen Köni-ges zu kämpfen, zum Theil Pferde mit sich bringend oder Ge-wehre, die sie den National-Gardisten der Heimath entrissen;selbst von diesen kamen mehrere freiwillig, ihre Waffen einzu-liefern, da ja nun Widerstand unnütz sei. So konnten in we-nigen Tagen drei starke Bataillone von Valladolid genannt errichtet werden, wiewohl auf besondern Befehl des Generalsjedem Rekruten vorgestellt wurde, daß der Krieg noch langenicht beendigt sei und viele Opfer und Mühseligkeiten erheischen