192
konnte, das Gebirge von cl Albarracin durchzog und sich dannnach dem an Wein und Getreide reichen Hügellande wandte,welches von der nördlichen sanften Abdachung des Hochgebirgesvon Unter-Aragon nach dem Ebro hin gebildet ist. Oraa undBuerens folgten dem carlistischen Armee-Corps dorthin, dessenDisciplin und Selbstvertrauen, wiewohl es schon sehr zusam-mengeschmolzen, während der sorgfältig benutzten Ruhe der letz-ten Wochen ganz hergestellt waren.
Am 24. August standen die Divisionen in der Gegend vonHerrcra, als eine Depeche des General Buerens aufgefangenwurde, in welcher er, von der Seite von Zaragoza heranziehend,dem General Oraa nach Daroca meldete, daß er am folgendenTage angreifen werde und dazu die Mitwirkung desselben erwarte.Moreno stellte das Heer vor dem Willar de los Navarros in vor-theilhaster Stellung auf und traf so treffliche Borbereitungen, daßBuerens, der mit vielem Muthe angriff, zurückgewiesen, durch-brochen und vollkommen geschlagen wurde. Seine ganze Divi-sion, 14000 Mann, wurde zerstreut und in vollständiger Ver-wirrung auf Herrcra gejagt, wo mehrere tausend Mann, diesich in die Kirche eingeschlossen hatten, capituliren mußten; nurzwei Garde-Bataillone zogen sich geschlossen vom Schlachtfeldezurück. 4000 Gefangene und 5000 Gewehre sielen in die Ge-walt der siegreichen Carlisten, die durch diesen Schlag den Wegauf Madrid sich offen sahen, wiewohl Espartero in Folge dessenüber Ziguenza nach Aragon eilte und schon am I. Sept. inDaroca ankam.
Mit den Truppen Cabrera's vereinigt durchzog das Erpe-ditions-Corps die Provinz Cuenca und marschirte über Taranconauf der Heerstraße gegen Madrid, indem Moreno gewandt manö-vrirend dem Feinde mehrere Märsche abzugewinnen wußte; es über-schritt den Tajo bei Fuentiduena und rückte am 12. SeptemberMorgens vor die Thore der stolzen Residenz. Cabrera, der mitseiner Division die Avantgarde bildete, hatte bei Vallecos, an-