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Bei Chiva trafen sich am 13. Juli die beiden Heere, unddie Carlisten, nach anfänglich bedeutenden Vortheilen geschlagen,zogen sich mit einem Verlust von mehr als 1000 Mann aufChelva zurück, von wo sie über Sarrion, Linares und Mosquc-ruela in das Hochgebirge von Unter-Aragon sich warfen. DerKönig begab sich nach Cantavieja, damals einzige Festung Ca-brera's, während die Truppen, durch die Leiden und Unglücks-fälle der letzten Zeit sehr dcmoralisirt, täglich mehr in das Ge-birge zusammengedrängt wurden. Auch Espartero war von denNordprovinzen herbeigerufen, um gegen das Erpeditions-Corpszu operiren, so daß die drei Colonncn von Oma, Esparterolind Buerens im Halbkreise es umstellen und concentrisch esangreifen konnten; am 30. war selbst Oraa bis Mosquerucla,vier Stunden von Cantavieja vorgedrungen, und die königlichenTruppen waren auf die Städte Villafranca, Fortanete undMirambcl in dem wildesten Theile des Gebirges von Cantaviejabeschränkt.
Die Lage der Armee war sehr bedenklich, da sie unmöglichlange in jenem unfruchtbarem Theile Aragon's sich aufhaltenkonnte; indessen die feindlichen Anführer, eifersüchtig auf einan-der, combinirten nicht ihre Kräfte zu thätiger Offensive, undbald war Oraa genöthigt, nach Valencia zu eilen, da Fercadell,die Entblößung der Provinz benutzend, bis zu der Hauptstadtvordrang und am 4ten August selbst ihren Hafen, el Grao, miteinigen tausend Mann besetzte, worauf seine Truppen von einerenglischen Fregatte beschossen wurden. Als Oraa am 8. in Ca-stellon de la Plana anlangte, zog Forcadell sich zurück, weshalbJener über Segorbe nach Terucl eilte, wieder seine Stellungdem Könige gegenüber einzunehmen. Aber auch Espartero warwährend der Zeit zur Deckung Madrid's gegen die DivisionZariategui abgerufen, so daß der König, in Etwas von denMassen befreit, die ihn bisher erdrückten, in der Mitte August'saus der Felsen-Festung vordringend die Offensive ergreifen