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taillon. Umsonst suchten wenige Officiere durch Bitten undDrohen die Fliehenden zum Stehen zu bringen, umsonst durch-bohrte Fulgocio, der das Pferd zurücklassend der Erste beim An-griff, der Letzte aus dem Rückzüge gewesen war, ergrimmt einender Freiwilligen; es war unmöglich, die wenige Minuten vorherso braven Soldaten zu ermuthigen, und der auf dem Fuße unsverfolgende Feind machte alle Anstrengungen der Officiere ver-geblich.
Da fühlte ich einen leichten Schlag an die Schulter, undbaumelnd sank mein rechter Arm am Körper nieder, wahrendder Säbel der Hand entglitt: eine Flintenkugel hatte den Ober-arm, der Schulter nahe, zerschmettert. Langsam schlich ich un-ter dem Pfeifen der Kugeln zurück, bis Oberst Fulgocio michzwang, sein Pferd zu besteigen, auf dem ich, nachdem die Ba-taillone sich gesammelt hatten, dem Rückzüge bis zum nächstenDorfe folgte, wo den Truppen Brod und Wein ausgetheiltwurde, Kraft zum nöthigen Nachtmarsche ihnen zu geben. Un-ser Verlust stieg auf etwa zweihundert Mann, der des Feindeswar bei seiner Übermacht weit bedeutender, denn unser kleinesCorps, wiewohl besiegt, hatte sich seiner würdig gezeigt in hart-näckiger, blutiger Gegenwehr. Die Christines, weit entfernt,uns unmittelbar zu verfolgen, kehrten nach den nächsten Dör-fern zurück und büßten so die Vortheile ein, welche ihr Siegbei der gänzlichen Erschöpfung unserer Soldaten ihnen darbot.
In zehrendem Schmerze lag ich auf meinem Lager in demFeldhospitale; die Wundärzte hatten erklärt, daß der Knochendes Armes gänzlich zerschmettert sei und daß meine Fortführungim Gefolge der Expedition nothwendig schnellen Tod nach sichziehen müsse: ich sollte zurückgelassen werden. Entsetzliches Ge-schick! Umsonst sträubte ich mich, umsonst flehte ich und betheuerte,daß ich den Tod dem mir bestimmten Loose vorziehe. Das Ur-