genöthigt wurden; so strebten sie, für solchen Fall durch An-häufung von Capitalien sich vorzubereiten.
Sonderbar wäre es gewesen, wenn die in den HospitalenAngestellten von der allgemeinen Ansteckung frei geblieben wä-ren, und in diesem Zweige mußten die Folgen doppelt traurigund empörend sein. Die Intendanten, die Kriegs-Commifsaire,Directoren, Jnspectoren und tausend Andere zerrten an der leich-ten Beute, einen Fetzen davon an sich zu reißen. Die Wund-ärzte, nur dem Namen nach solche, stammten fast allgemein ausder Classe der Soldaten, indem sie einige Zeit in einem Hospi-tale als Gehülfen gedient hatten und dann berechtigt waren,selbstständig zu tödten. Der Caplan stürzte durch die Zimmer,stopfte dem Sterbenden das Sakrament in den Mund, machteein paar Kreuze über ihm und verschwand, angenehmeren Be-schäftigungen zueilend. Endlich die Krankenwärter - . . Dochich will nicht länger das Bild menschlichen Elendes in der ent-setzlichsten Verlassenheit dem schaudernden Blicke aussetzen. Nurwer es erlebt, wer selbst es empfunden hat, vermag solche Gräuelund solchen Jammer sich zu denken.
Sie war vorbei, diese Zeit des herben Duldens. Nochschwach, aber überselig, da ich aus den Thoren des Lazarethsin die freie, herrliche Luft trat, ward ich zu dem Depot ge-führt, um mit der ersten Gelegenheit nach Madrid abzumar-schiren. Ehe ich jedoch Cuenca verlasse, muß ich hinzufügen,daß ich dort nicht ohne Zeichen der Theilnahme gelassen wurde;nein, noch immer denke ich mit inniger Dankbarkeit dorthinzurück. Seit dem Augenblicke, in dem ich die Stadt betrat,hatte der Bischof, ein wahrer Geistlicher und wahrer Christ, mitAllem mich, wenn auch oft umsonst, zu versehen gesucht, wasdie Lage eines Verwundeten zu erleichtern vermag; und später,da ich schon auf dem Wege der Besserung war, sah ich mehrereMale vor meinem Bette eine junge, reizende Dame, die, enthu-siastische Carlistinn, trotz dem Widerlichen, was das Hospital