248
der Kranken mitwirken sollten? Wenn ich behaupte, daß ihrStreben nur darauf gerichtet ist, durch die gröbsten undschändlichsten Veruntreuungen — denn das Schändlichste ist,die leidende Menschheit, die- Hüls- und Wehrlosen noch tieferzu stürzen — sich zu bereichern und möglichsten Vortheil sich zusichern; da würden diese Leute mit Recht sich beklagen, daß ichihre Handlungsweise in falschem Lichte darstelle, da in Deutsch-land spanische Verhältnisse und Begriffe unbekannt sind. Siewürden fragen, wie ich ihnen das als Verbrechen anrechne, wasallgemein bekannt, folglich, da es unbestraft bleibt, erlaubt war?Wie ich ihnen vorwerfe, was alle Beamten des Staates vomMinister zum niedrigsten Schreiber, vom General en Chef zumCorporal — der Soldat wurde stets von allen geschunden — zumhöchsten Ziele ihrer Mühen machten? Sie würden fragen, obich verlange, daß sie, indem sie nicht dem gewöhnlichen Wegefolgten, sich ins Gesicht lachen, als Thoren sich schelten undverachten ließen? ob sie, da ihnen Jahre lang kein Gehalt ge-zahlt wurde, mit ihren Familien etwa Hungers sterben sollten?Und zu allen diesen Fragen werde ich achselzuckend stillschwei-gen oder mit »Ja« sie beantworten müssen, denn sie widerlegenzu wollen, würde nur grobe Unwissenheit verrathen. In allenClassen des liberalisirten Spaniens ist dieses Betrugssystem soweit ausgebildet, so ganz heimisch in ihnen geworden, daß, wernicht dem gewohnten Geleise folgte, verlacht und gestürzt wurde.Die christinoschen Beamten jedes Zweiges und jedes Rangessahen sich lange, lange Monate hindurch ohne Hülfsmittel ir-gend einer Art gelassen, sie wußten sehr wohl, daß sie nie dieSummen, welche Jahr auf Jahr rückständig blieben, zu erhaltenhoffen durften; da suchten sie durch Veruntreuung und Bestech-lichkeit, wo eine Gelegenheit sich bot, reichlich sich zu entschädi-gen. Sie wußten, wie ihre Stellung ganz ephemer war, wiesie, wenn eine andere Parthei an das Ruder kam, sofort vonihrer Höhe gestürzt, vielleicht in der Fremde Sicherheit zu suchen