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hatte, von Pardinas in Castriel überfallen, nach der gänzlichenVernichtung seiner Division gefangen und der Gerechtigkeit ge-mäß erschossen. Don Basiliv aber, da die geringen Strcitkrafte,welche ihm blieben, durch die Drangsale täglich mehr zusammen-geschmolzen waren, wandte sich wieder nach der Mancha undvereinigte sich mit den dort hausenden Parteigängern.
Drei Cabecillas hatten sich in diesem Theile Neu - Castiliensbesonders hervorgethan: Jara hatte einige tausend Mann In-fanterie gebildet, d. h. Bauern gesammelt, die nicht exercirt undohne Uniform größtenteils mit Büchsen und Jagdflinten be-waffnet waren; Orejita führte ein Bataillon und etwa fünfzigPferde; Don Vicenta Rojero — Palillos genannt — comman-dirte mehrere Escadrone Reiter, deren Zahl den Umständennach zwischen sechshundert und tausend schwankte. Diesen Chefsschloffen sich mehrere Parteigänger an, die gewöhnlich inEstremadura sich aufhielten, aber häufig nach der Manchahinein streiften und gleichfalls 800 bis 1000 Pferde vereinigenkonnten.
Alle diese verschiedenen Wanden nannten sich Carlisten undwollten für eifrige Verfechter der Religion gelten, wahrend siedie Sache, welche sie zu vertheidigen vorgaben, durch fluchwür-dige Excesse schändeten. Ich spreche nicht davon, daß sie dieFeinde, welche in ihre Hände sielen, unbarmherzig opferten: siethaten Recht daran. Wie konnten Männer anders verfahren,die, weil sie schwächer waren, durch die Gegner von den Wohl-thaten jedes Vertrages ausgeschlossen wurden, die Alles, wasihnen angehörte, ihnen nahestand, getödtet, verwüstet und ver-nichtet sahen? Früher habe ich erzählt, durch welche Gräuel dieChristines den Aufstand in diesen Provinzen zu unterdrücken such-ten; sie konnten nach solchen Schauder erregenden Thaten nieSchonung erwarten. Nein — wenn jene Männer, zur Raserei