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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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271
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getrieben, mit Feuer und Schwerdt gegen die Liberalen das Werkder Rache übten, handelten sie nur gerecht und erfüllten ihrePflicht; denn da wäre Milde und Verzeihen zur verächtlichen, un-vermeidliches Verderben nach sich ziehenden Schwäche geworden.

Aber Entehrung häuften sie auf sich selbst, und sie schän-deten die Sache, für die sie zu kämpfen vorgaben, indem sieihrer Rache Wuth von den Erbärmlichen, die sie hervorgerufen,auf das ganze Menschengeschlecht ausdehnten und zu Räu-berbanden sich erniedrigten. Von ihren Gebirgen aus dennauch die Reiter hatten ihre Zufluchtsorte in den schroffsten Ge-birgen gesucht, welche die prachtvollen Pferde mit erstaunlicherAusdauer auf und ab kletterten durchstreiften sie die um-liegenden Provinzen, mordeten und brannten; sie plündertendie Reisenden und die Waaren, welche nur in großen Convoysmit Bedeckung von Truppen transportirt werden konnten,schleppten die Gefangenen in ihre Schlupfwinkel und ermorde-ten sie, wenn nicht bald reiches Lösegeld aus ihren Händen sierettete. Auch die unglücklichen Bauern blieben nicht verschont.Ihre Ernte wurde häufig zum Futter abgemähet und fortge-bracht, wenn nicht gar muthwillig zerstört, die Maulthiere aufdem Felde aufgefangen und erst gegen Auszahlung großer Sum-men herausgegeben. So sanken diese Banden zu verzweifeltenRäubern im ganzen Sinne des Wortes herab, die, wo sie er-schienen, Tod und Elend in ihrem Gefolge führten. Die Car-listen, d. h. die Männer, welche in den regelmäßigen Heerenfür die Aufrechthaltung der Rechte ihres Königs ehrenvollenKampf kämpften', wollten natürlich nie jenen Schaaren derManch« den Ehrennamen von Carlisten zugestehen. Die Chri-stines aber benutzten schlau die von Jenen verübten Gräuel, umden Anhängern Carls V., unter deren Namen sie verbreitetwurden, den Abscheu der Welt zu erregen.

Übrigens waren diese Banden doppelt furchtbar, durch diehohe individuelle Bravour, durch welche sie, wiewohl nicht or-