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unsere Fürsorge und waren für uns zu Allem bereit. Zugleichführte ich sie bei den häufigen Kämpfen mit dem ausfallendenFeinde immer selbst an, schonte ihrer, wo ich konnte, und wähltefür mich den gefährlichsten Posten: so gewann ich das Vertrauenmeiner Leute, und sie folgten mir freudig, wohin ich sie auchführen mochte.«
»Indessen waren heimlich Leitern angefertigt, ungeheuerhoch und an den Enden gepolstert, um jedes Geräusch beimAnsetzen zu vermeiden; trotz aller Vorsicht ward Etwas davonbekannt, und die Bauern sprachen Viel über die Leitern. Ichfürchtete, daß die Christines es auf irgend eine Art erfahrenkönnten, und beschloß deshalb, in der ersten stürmischen Nachtden Angriff zu wagen; aber da erschrak wieder der Comman-dant, er wandte unentschlossen seine Verantwortlichkeit ein undverschob die Unternehmung trotz unserer Bitten von einem Tagezum andern. Als er nun am 23. Juni auf einige Tage Urlaubnahm, wollten Garcra und ich nicht länger zaudern: wir theil:tcn unseren Plan dem Interims-Commandeur mit, der endlich,als er wieder und wieder die Felsmasse betrachtet hatte, mitThränen seine Zustimmung gab. Ich durfte achtzig Freiwilligeselbst mir auswählen; dazu rief ich einen Artilleristen, der we-nige Tage vorher aus der Festung zu uns desertirt war und sichnun, weil er genau das Castell kannte, zum Führer anbot.«
»Der 25. Januar war furchtbar stürmisch; so sollte dennin der Nacht der Versuch gemacht werden. Am Abend versam-melte ich die achtzig Mann in der Masada des Commandantenund sagte ihnen, was ich beabsichtigte, und wie ich das festeVertrauen hege, daß unsere Beschützerinn, die erhabene Jung-frau der Schmerzen, ihren himmlischen Beistand zu dem Werkenicht versagen werde, da wir es ja für das Recht und fürdie Religion unternahmen. Ich forderte, nachdem ich ihnendie ganze Gefahr aus einander gesetzt hatte, daß ein Jeder, der§nicht den Muth fühle, mit Freudigkeit mir zu folgen, jetzt zu-