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rücktrete; aber Alle antworteten, daß sie mit mir sterben wollten.Dann sah ich die Waffen nach und gab die nöthigen Jnstruc-tionen, worauf wir Alle beichteten und das heilige Sakramentnahmen, um uns zum Tode zu weihen; ich ließ endlich dieFreiwilligen tüchtig speisen und befahl ihnen, nachdem ich noch-mals den Segen der heiligen Jungfrau erfleht hatte, sich nie-derzulegen und bis zu der Stunde der Ausführung zu ruhcn.«
»Jch trat in das Zimmer des Commandanten und besprachi noch ein Mal Alles mit ihm und Garcia, die Beide bleich wa-ren und zitterten, weil sie zurückbleiben sollten; auch verabrede-ten wir, daß ich im Falle des Gelingens ein hohes Feuer aufdem Platze des Castells anzünden solle, wenn es aber unglück-lich abliefe, würden sie am folgenden Tage unsere Leichen fordernund sie in geweiheter Erde christlich beisetzen. Dann umarmteich beide, die mich immer noch nicht lassen wollten, rief meineBurschen und trat an ihrer Spitze den Marsch an, währendvon den beiden Officieren, die mich begleiteten, der Eine in derMitte des Zuges ging, der Andere ihn schloß.«
»Die Nacht war entsetzlich; ein furchtbarer Schneesturinmit Schlossen zwang uns, oft still zu stehen, auch bedeckte Fußhoher Schnee die Fclsenabsätze, über die wir hinkletterten, sodaß wir nur sehr langsam vorwärts kamen. Seufzend gedachteich der zerrissenen Bekleidung und der nackten Füße der armenBurschen: was mußten sie nicht leiden! Aber Niemand klagte.Erst gegen ein Uhr konnten wir von der Mauer des Kirchhofes,hinter der wir einen Augenblick Athem geschöpft hatten, nachdem Fuße der Felsenmasse, die dunkel über uns sich aufthürmte,schleichen, was wir, so viel die Leitern erlaubten, einzeln thaten,um nicht die Aufmerksamkeit der feindlichen Schildwachen zuerwecken. Glücklich waren wir endlich Alle angekommen undrichteten die Leiter auf. Ich hatte eine Stelle gewählt, auf derin der Mitte der Wand ein schmaler, sehr abschüssiger Absatzsich befand, da ich sonst nicht mit den Leitern bis oben hätte