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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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reicht hin zu sagen, daß Cabrera nie unthätig war, daß e:r Tagund Nacht den Feind harcelirte und in ermüdendem Warmhielt, und daß er, während seine Truppen ruhten, nacch derFestung eilte, dort anzuordnen, zu ermuntern und selbst fiür dierasche Ersetzung alles Mangelnden zu sorgen.

Denn Morella wurde während der Belagerung nie ganzeingeschlossen: Oraa war viel zu vorsichtig, als daß er , einemCabrera gegenüber und in solchem Terrain sein Heer im ver-schiedene Einschließungs-Corps hatte theilen sollen; er hielt seineDivisionen dem Punkte gegenüber vereinigt, den er angreifenwollte, und befestigte sich so viel nur möglich in den genommenenStellungen. So blieb der Besatzung die Verbindung miit derArmee und mit dem acht Leguas entfernten Cantavieja stets > offen,und selbst nachdem Oraa am 12. das Meson de Beltran,, einauf der Hauptstraße nach el Orcajo und Cantavieja liegendesWirthshaus,*) besetzt und befestigt hatte, auch dort gegen, alleAngriffe sich hielt, konnte er nicht verhindern, daß täglich, vonletzterer Festung auf Gebirgspfaden das nöthige Pulver derStadt und den Divisionen zugeführt wurde. Diese litten, amEnde so großen Mangel daran, daß sie von jedem Tage daswährend der letzten vier und zwanzig Stunden fertig ge,wor-dene und in der Nacht ausgetheilte Pulver verbrauchten, umdas Gefecht abzubrechen, so wie sie davon entblößt wcaren.Die Garnison aber, die anfangs sehr verschwenderisch mitt derMunition umgegangen war, mußte ihren nur noch sehr kleeinenVerrath auf die äußersten Fälle aufsparen.

Wiewohl die nach Alcamz führenden Wege auf jede Artunfahrbar gemacht waren, rückte doch der große Convoy am7. August bis la Pobleta de Monroyo,, drei Leguas von Mo-

) Alle Gebäude in diesem Theile Spaniens sind massiv.