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Wort »Feuer!« Die ersten Reihen der Stürmenden lagen zuBoden gestreckt, aber gleich fest drangen die Nachfolgenden überdie Leichen ihrer Cameraden vorwärts. Die Kugeln aus derBresche und von der Mauer zu beiden Seiten schlugen sie nie-der, und nach langem vergeblichem Streben, die Trümmer zuerklimmen, wichen die Ermüdeten hinter die schützende Felsen-wand zurück.
Auch Portillo's Colonne war mit Festigkeit vorgerückt.Eine finstere Masse erstieg sie langsam den vielfach sich schlan-gelnden Fahrweg, anfangs unbelästigt, da Aller Augen aufdie Bresche gerichtet waren, deren helle Gluth malerisch diegrausige Scene erleuchtete. Aber bald sprüheten die Mauernauch auf sie Tod und Zerstörung hinab. Unerschüttert drangdie Colonne auf ihrem gefährlichen Marsche vor, der in derwirksamsten Schußweite längs einem Theile der Mauer hin-führte; das Feuer wurde mit jedem Augenblicke heftiger, großeSteine wurden von den Thürmen des Sau Martin-Thoresherabgeschleudert, und die Soldaten sielen in dichten Haufen.Da stand die Colonne regungslos, weder vordringend noch wei-chend, als Oberst Portillo wüthend vorwärts stürzte: von denSeinen verspottet und verachtet hatte er geschworen, die schimpf-lich verlorene Beste zu nehmen oder unter ihren Mauern zusterben. Sein Schwur ward erfüllt. Mit wildem Fluche schleu-derte er seinen Degen über die Mauer hinein in die Stadt,die er nicht zu bewahren gewußt, und sank gräßlich lästernd,von fünf Kugeln zum Tode getroffen. Als der Führer gefallenwar, stürzte die Masse gelichtet und schwankend zurück undvereinigte sich, rechts sich schiebend, hinter dem Felsen mit denGefährten, die so eben von der Bresche gewichen waren. —Oberst Portillo blieb am Fuße der Mauer liegen.
Bald waren die Truppen von neuem geordnet und durchein Bataillon verstärkt, das gefürchtetste der christinoschen Armee:die Jäger von Oporto, aus deutschen Abenteurern bestehend,