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! Natur ihnen entgegengesetzten Schwierigkeiten bis zum Fuße derBresche stürmend vordringen konnten. Aber Staunen ergriffmich, als ich den ungeheuren Fclskegel vor mir aufgcthürmt sah,
! auf dessen Gipfel das Castell wie durch Zaubermacht hingepflanztscheint; als ich die senkrechte Wand betrachtete, wo die braveni Castilianer furchtlos sie erstiegen! Unmöglich scheint es, daß^ Menschen solches Unternehmen im Geiste auffaßten, unmöglich,
> daß Menschen sich fanden, die nicht vor der Ausführung schau-
dernd zurückbebten. Dort aus dem schmalen, abschüssigen Absätzein furchtbar schwindelnder Höhe faßten die Stürmenden Fuß,dort, über dem Abgrunde schwebend, setzten sie die gebrechlichenLeitern an zur Erklimmung der noch eben so hoch über ihnensenkrecht aufsteigenden Felsenmasse!? d
Noch ward ich durch Rücksicht auf einige Lfficiere, die nachCatalonien mich begleiten wollten, in Morella und dem nahenOrcajo festgehalten, als am 6. October Cabrera dort ankam,finster die Stirn umwölkt, während schwankende Gerüchte ver-kündeten, daß Espartero mit zahlreichen Heerhaufcn in Zaragozastehe. Nachdem er O'Donnell, der zur Beobachtung von Va-lencia über Teruel nach Castilien sich richtete, durch gewandte
> Demonstrationen getäuscht und zurückgedrückt hatte, war der! General mit zwölf Bataillonen und neun Escadronen nebst sechs
Geschützen über Beteta nach Guadalajara aufgebrochen, wo keinefeindliche Colonne mehr eristirte, die seinem Vormarsch ausMadrid sich hätte widersetzen können. O'Donnell aber befandsich weit entfernt im Königreiche Valencia, während Forcadellund Arevalo mit neun Bataillonen und vier Escadronen inCanete und dem Turia zurückgelassen waren, um das feindlich?Heer zu beobachten und den Rücken des vordringenden Corpszu sichern.
In stolzer Zuversicht durchzogen die Colonnen das frucht-bare Hügelland Castilien's; schon jubelten die Freiwilligen, nurnoch zwölf Leguas von der Hauptstadt entfernt, des nahen,