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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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daß sie nicht bloß dem Namen nach Liberale seien, Erfolg ge-wünscht haben; er wird mit Abscheu auf den Mann sehen, denkeine Verpflichtung zu binden vermochte, für den Treue undDankbarkeit und Ehre bedeutungslose Worte waren, da alleinniedrigste Selbstsucht ihn beherrschte und seine Handlungsweisebestimmte.

Maroto hatte während des Monates Mai die in der Pro-vinz Santander und auf der Gränze von Vizcaya errichtetenForts dem christinoschen Heere übergeben, dann ohne zu schlagendie westliche Hälfte von Vizcaya geräumt und selbst in derHauptstadt Ordulla *) den Feind sich festsetzen lassen. So schwächteer den Muth und die Zuversicht des Heeres und vor Allem desVolkes, welches den gehaßten Feind das Land überschwemmensah, ohne daß die Truppen den geringsten Widerstand entgegen-gesetzt hatten; mit der Zuversicht aber schwand der frühere En-thusiasmus, wie der Wunsch nach Beendigung des immer drohen-der sich gestaltenden Krieges und nach Abhülfe der gehäuftenLeiden täglich glühender wurde.

Da er diesen ersten Zweck erreicht hatte, glaubte er seinePläne schon etwas bestimmter hervortreten lassen zu dürfen.Es galt, die Menschen nach und nach an den Gedanken desBeschlossenen zu gewöhnen. Bald sprach man öffentlich in denProvinzen von Unterhandlungen und Transactionen, und dieChefs, welche mit Maroto im Complott waren und denen erhauptsächlich in Vizcaya und Guipuzcoa alle wichtigeren Stellenhatte geben können, thaten, wie Viel sie vermochten, um ihre

*) Orduna ist die einzige ciullaä und die alte Hauptstadt der Provinz,wiewohl oft die villa Stadt zweiter Classe Bilbao außer-halb Spaniens falsch als solche bezeichnet wird.