486
die Thäler zerstreut sind. Ackerbau und einige Viehzucht t istdort der einzige Erwerbszweig.
Alle Bauern sind sehr wohlhabend, da in Catalonien, dereinzigen Provinz Spanien's, die Untheilbarkcit der Grundstüückegesetzlich ist. Die jüngeren Söhne werden irgend eine antikereNahrungsquelle suchen — daher wohl der Unternehmungsügcistder Eatalonier, der so Viele außer Landes treibt, — wennn sienicht, wie sehr oft, vorziehen, im Hause des ältesten Bruddcrs,des als Kind schon mit Ehrfurcht behandelten llm-äu, *) alsKnechte zu bleiben.
Diese Gebirgsbewohner sind natürlich rauh, einfacher, . bie-derer und weniger gebildet als ihre Brüder von der Küste;; siesind sehr religiös, und die Geistlichkeit hat noch vielen Einnflußüber sie bewahrt, während sie in den großen Seestädten nurVerachtung und Spott findet. Diese treuherzigen, kräst'tigenMenschen sind Carlisten mit Leib und Seele. —- Allen Cautalo-niern aber ist ein Charakterzug gemeinschaftlich, der unncnd-lich gegen den starren, stets zum Widerstände geneigten LTrotzihrer Nachbarn, der Aragonesen absticht. Sie treten im e erstenAugenblicke sehr fest und entschieden auf, und Wehe dem,, derdadurch sich einschüchtern läßt oder nicht gleiche Kraft gegeien sieentwickelt. Aber sie schmiegen sich alsbald unter das Joch deessen,der Macht und Willen besitzt, um sie den Ungehorsam sckchwerbüßen zu machen; um sie zu bändigen ist eiserner Wille: undrücksichtslose Strenge nöthig, der sie, wie sehr sie auch an i ihrenIdeen festhalten, doch stets im Äußern weichen.
*) Früher erwähnte ich, daß die catalonische Sprache, der französi-schen, italienischen und spanischen gleich verwandt, von den CLastili-. anern nicht verstanden wird. Einzelne gothische Worte und Wen-dungen finden sich auch in ihr.