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tiefer oder höher steht, keine andere Mittel zur Befestigung sei-ner Herrschaft kennt, als das Beil des Henkers, die Flammendes Auto da Fe und alle die Schrecken, durch die in andernJahrhunderten die Inquisition ihre Opfer verfolgte.
Als der Graf de Espana im Jahre 1838 nach Catalonienzurückkehrte, fand er hie Verhältnisse ganz anders gestaltet.Die Mehrzahl der Theilnehmer jener früheren Empörung hattesich nun den carlistischen Banden angeschlossen, und Viele, diedamals, vom Grafen als Verbrecher bestraft, in den Gefängnis-sen geschmachtet hatten oder gar nach Afrika's Giftküste depor-tirt waren, hielten jetzt die ersten Stellen im Heere und in derRegierungs-Junta inne; noch Mehrere haßten in ihm denFeind, durch den ihre Verwandten und Genossen Tod oderschwere Leiden fanden. Sie alle unterwarfen sich ihm nur durchdie Macht des Zwanges und durch die Furcht, die beim Nennenseines Namens sie durchbcbte.
Mit diesen Unzufriedenen verbanden sich natürlich alle die-jenigen, welche des neuen Generals Strenge und Gerechtigkeits-liebe hinderte, das alte Raubsystem fortzusetzen, welches doch ihrHauptzweck war in dem Kampfe, den sie unter dem Vorwandedes Carlismus unternommen hatten.
Während der erfahrene Feldherr also Alles that, um dieSache zu heben, deren Führung ihm anvertraut war, und wah-rend er sich dadurch die Liebe, ja die Anbetung der Soldatenund Einwohner, so wie die Verehrung aller Gutgesinnten er-warb, umringten ihn alte und neue Feinde, begierig dem Augen-blick entgegensehend, der ihnen Gelegenheit biete, ihren glühen-den Rachedurst zu löschen. Und diese Feinde waren Catalonier,wild und rauh, wie die schroffen Gebirgszüge der Pyrenäen, indenen sie geboren, bereit, jedes Mittel zu ergreifen, welches ihnenBefriedigung der Rache versprach, dieser Lieblingsleidenschaftjedes Spaniers, der alles überwiegenden Sucht der Catalonier.Zugleich wußten sie jedoch ihren Haß meisterlich zu verbergen
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