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die gewaltige Übermacht ihres Materials ein Fort nach dem an-dern-erobern und endlich Morella belagern, Morella, den Kernseiner Macht, den Schauplatz herrlicher Thaten und Siege. Eropferte die starke und erprobte Garnison im vergeblichen Wider-stände, ohne einen Schritt zu ihrer Rettung zu versuchen.
Und dann überschritt er den Ebro, um wenige Wochenspater vor dem nachdrängenden Espartero ein Asyl in Frank-reich zu suchen, wahrend noch viele Tausende braver Kriegerseinem Commando gehorchten, ja da einige catalonische Anführernoch länger den ungleichen Kampf fortsetzten!
Nie hätte der wahre Cabrera so den glorreichen Krieg ge-endigt; er hätte nie in halben Maßregeln das Blut seinerStreitgenossen unnütz vergeudet, nie ohne Schwerdtschlag vordem übermüthigen Feinde weichend die Vertheidigung der heili-gen Sache aufgegeben, für die er so oft freudig sein Blut ver-gossen, sein Leben eingesetzt hatte. Cabrera würde gewußt ha-ben zu sterben mit den Waffen in der Hand, da das Geschickdie Möglichkeit des Sieges ihm versagte. Espartero mußte zumbloßen Schatten seines eigenen früheren Ich ihn machen, damiter so seiner selbst unwürdig handeln konnte.
Es ist nothwendig, bei der Beurtheilung der Thaten desGrafen von Morella von diesem Gesichtspunkte auszugehen.Dann wird es leicht, den himmelweiten Abstand dessen, was ernach dem unheilvollen 16. December unternahm, von den miteben so viel Talent entworfenen, wie mit Energie und Geistausgeführten Plänen der ganzen sechs Krieges- und Siegesjahrevor jener Epoche sich zu erklären. Auch der strengsten Kritikgegenüber steht Cabrera während dieser langen Zeit als Royalist,als Anführer und als Soldat gleich groß da; es wäre unge-recht, die letzten Monate, während deren er in Svanien veae-tirte-, zur Grundlage des Urtheiles über ihn zu wählen.