590
durch größte Festigkeit, gepaart mit guter Behandlung, in ihrerPflicht erhalten wurden. Sie waren, wie gesagt, die bestenLeute des Corps; aber der Gedanke, ihren Cameraden wegenjener Frau vielleicht füsilirt zu sehen, regte sie so auf, daß sieleicht zu jeder Gewaltthat sich hätten hinreißen lassen.
Zurita dagegen erkannte sehr wohl die Größe des Ver-brechens, welches er begangen hatte. Zu sich gekommen von der !ersten Überraschung, war er betäubt bei der Idee dessen, was er sgethan; er begriff nicht, wie er dazu gekommen war, und in- ^dem er die Gerechtigkeit der Strafe anerkannte, beklagte er nur, ;so schimpflichen Todes sterben zu müssen. Ich war glücklich, «
da die Umstände mir gestatteten, den Bedauernswerthen dem !
ihm drohenden Geschicke zu entziehen.
Am 25. ging die Sonne an wolkenleerem Himmel auf, aberdie Kälte war entsetzlich. Der Schnee lag auf der ganzen dreiStunden weiten Strecke bis Linares drei bis fünf Fuß. hochund war so fest gefroren, daß selbst die Pferde wie auf Felsen 1
über ihn weggingen, ohne Spuren zu hinterlassen- Dabei war ;
natürlich Nichts vom Wege sichtbar, und ich verdankte es nurmeiner Vorsicht, da ich trotz der Klagen des Ayuntamiento >von Mosqueruela sechs Guiden mitgenommen hatte, daß ichendlich um Mittag in Linares ankam. Der Wind war aus !jenem Plateau unglaublich schneidend kalt, und ich erinnere l
mich nicht, je so Viel von der Kälte gelitten zu haben, wie i
dort auf der Gränze des gerühmten Königreiches Valencia in denletzten Tagen des Märzes; an Reiten war gar nicht zu denken,und tief in deck Mantel gewickelt, mit dem Kragen desselbenselbst den Kopf bedeckt, mußte ich dennoch alle zehn Minuten !Halt machen, um unter dem Schutze irgend eines Felsens und demWinde den Rücken zugewendet vor Allem Gesicht und Ohrendurch Reiben etwas zu erwärmen. Es war mir, als würdenwährend der ganzen drei Stunden mit einem spitzen Instru-mente Furchen über das Gesicht gezogen.