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Früh Morgens kam Losada zurück. Er hatte die Spurder Flüchtigen von Masada zu Masada verfolgt, ,bis die Er-schöpfung seiner Leute ihm die Hoffnung geraubt hatte, sie zuerreichen. In kurzem brachte ein Spion die Nachricht, daß einOfficier der Sappeurs mit Frau und Bruder, dem Cadetten,in la Albentvsa sich präsentirt habe, wo auch der Commandantd'armes von Olva — bisher als eifrigster Carlist und sehrwichtiger Dienste wegen gerühmt! — wahrend der Nacht ange-langt war. Matias hatte alles ihm anvertraute Geld, so wiePferd und Waffen des Lieutenants Norm« mit sich genommen.
Seufzxnd verfluchte ich die Elenden, die durch so selbstischeMotive zum Verrath sich hinreißen ließen, und verfluchte dieSchwäche, so oft durch traurige Beispiele belegt, des Mannes,da ein verbuhltes Weib bis zur schmachvollsten Verletzung seinerPflichten und seiner Ehre ihn zu treiben vermag!
Das Glück wollte mir wohl. Am Abend passirte ich ohneUnfall die Heerstraße zwischen den beiden drittehalb Stundenvon einander entfernten Forts Barracas und la Albentvsa, nach-dem fünf Minuten vorher eine Escadron feindlicher Dragonervor unsern Augen sie abpatrouillirt hatte. Zwei Tage später,nachdem ich einen hohen und wilden Gebirgsrücken überstiegenund den Guadalaviar passirt, langte ich in dem festen CastielFavib an und wurde am 30. März in Canete — Neu-Castilien,Provinz Cuenca — von Brusco und dem PremierlieutenantNorm» herzlich empfangen. Nach einigen Verwünschungen gegenden Treulosen tröstete sich Norm« bald über den durch Matias'Desertion ihm gewordenen Verlust, da er wenige Wochen vor-her bei der Anwesenheit einiger Bataillone und Escadrone mitmerkwürdigem Glücke über dreihundert und achtzig Unzen Gold —la oura, die größte Goldmünze Spaniens, gilt 84 krsuos —zusammengewonnen hatte.
Auf dem Marsche nach Überschreitung der Heerstraße warich einigen Bataillonen von Tortosa und Valencia nebst mehreren
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