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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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östlichen Spanien dauerte, hatte Cabrera immer nur vorwärtsgestrebt, ohne weiter an Ausdehnung nach den Seiten hin zudenken; er wollte sich ja nicht in Castilien zur Vertheidigungvorbereiten, da ein Angriff unmöglich schien, sondern lediglich denWeg nach Madrid sich bahnen, dessen Eroberung das Centrumder Halbinsel ganz ihm übergeben hätte. Durch den AndrangEspartero's war er nun genöthigt gewesen, zur Vertheidigung »

des Hochplateaus, des Hauptsitzes seiner Macht, sich zurückzu- o

ziehen, und in diesen so weit vorgeschobenen Festungen konnte j

er kaum die nöthigen Besatzungen lassen, welche ganz aus sich j

angewiesen blieben, da Arevalo's Bataillone bei den weiten ^Entfernungen der Punkte wohl gar wenig wirken konnten und -sich auf el Tun«, als ein abgerundetes Ganzes mehr verthei-digungsfähig, beschränkten.

Die Christines dagegen sandten sofort zwei starke Colonnengegen sie, von denen die eine unter General Aspiroz, von Va-lencia vordringend, nach der Einnahme von Chulilla zunächst H

Vejis und Alpuente bedrohete, während die zweite unter Gene- ?ral Balboa bestimmt war, die Provinzen Cuenca und Guada-lajara zu schützen, die Besatzungen von Canete und Betet« in j

Schach zu halten und endlich diese Punkte anzugreifen, wozu ^

sie stets Vorbereitungen traf, bis der Fall von Morella, den k

Krieg entscheidend, sie unnütz machte. j

Diese Linie von Canete, wie sie nach ihrem Hauptorte !

genannt wurde, war nun zu einer wahren Linie geworden, i

die ganz ohne Ausdehnung nach den Seiten hin tief in das -

Innere von Neu-Castilien, echt christinosches Land, sich erstreckte.

Das Resultat davon war, daß wir dort eben die Rolle spielten,auf die wir beim Beginn des Krieges die feindlichen Truppen jund Besatzungen in den ausgestandenen Provinzen zu beschrän- >ken pflegten. Die Carlisten herrschten nur da, wo sie geradesich befanden, d. h. in ihren festen Plätzen, und allenthalben,wo.die Furcht vor ihren oft sehr gewagten Streifzügen ihnen