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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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ziehen wollten, da sie auch im eigenen Gebiete nicht mehrzu helfen wußten. Was sollten sie thun mit ihren drei Ba-taillonen?

Brigadier Valmaseda aber, von Sr. Majestät zum com-mandirenden General von Alt-Castilien ernannt, hatte von Ca-brera bei seiner Rückkehr aus Catalonien Betet« angewiesenbekommen, um von dort aus, bis er in seiner Provinz sichfestsetzen könne, seine.Operationen zu unternehmen. Er com-mandirte also nur dort und zwar vorübergehend.

So kam es, daß der Gouverneur von Canete, Oberst Gil,da Jedermann behauptete, dort Nichts zu schaffen zu haben,gleichfalls ganz unabhängig dastand und, mit seiner Garnisonund einem kleinen Freicorps, welches er für die nöthigen Streif-züge errichtet hatte, so weit die Christinos es zuließen, unum-schränkt herrschte. Die drei Anführer hatten sich übrigens ver-einigt, um, wenn immer die eigenen Verhältnisse es erlaubten,zu gegenseitiger Hülfe zu eilen und ihre Operationen zu com-biniren; und die Art, in der sie bis zum letzten Augenblick esthaten eben dieser letzte Augenblick machte eine traurigeAusnahme verdient Bewunderung, da nie Eifersucht sichkund gab. Von Eabrera erhielten sie gar keine Jnstructionenoder Ordres mehr, indem theils seine Krankheit und die Unter-brechung der Communication durch die Feinde solche verhinder-ten, theils auch die Verhältnisse der Art waren, daß augen-blickliches, selbstständiges Handeln allein wirksam sein konnte,was der General zu wohl zu würdigen wußte, als daß er denCommandirenden nicht ganz freies Spiel gelassen hätte.

Gewiß ist es unbegreiflich, daß die Christinos die außeror-dentliche Schwache ihrer Gegner im Turia und in Castiliennicht eher wahrnahmen oder, falls sie davon unterrichtet waren,sie nicht lange vorher vernichteten.