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Im Turia befehligte, wie gesagt, im Frühjahre 1840 derBrigadier Palacios. Die ganze Macht, welche er vorfand, be-stand aus drei Bataillonen und zwei Escadronen, 2200 MannInfanterie und 180 Pferden, welche noch dazu die drei Fortsvon Wejis, Alpuente und el Collado garnisoniren mußten. Diebeiden letzteren lernte ich auf einer Jnspections-Reise kurz vordem Verluste von Alpuente kennen. Dieses war ein kleinesStädtchen, über dem auf einer felsigen Höhe das Castell prangte,so massiv gebaut, daß seine Mauern an einzelnen Stellen, ganzder sonst üblichen Befestigungsart in jenem Kriege zuwider,über dreißig Fuß Dicke, hatten. Auch war es mit starken Erd-wällen versehen, die sonst gleichfalls selten sich fanden, da derSpanier allgemein die bloßen Mauern weit höher schätzt, undes enthielt für die Magazine sowohl, als für die Garnison bom-benfeste unterirdische Räume, die Nichts zu wünschen übrig ließen.Die Werke vertheidigten und flankirten sich wechselseitig sehr gut,und da der aus dem härtesten Felsen bestehende Grund den Ge-brauch Der Minen sehr erschwerte, durfte das Castell als ausge-zeichnet vertheidigungsfähig angesehen werden.
Der letzte Gouverneur von Alpuente war ein Catalan, ganzohne Erziehung, roh und leidenschaftlich, der, ohne lesen undschreiben zu können, durch persönliche Bravour auf dem Schlacht-felde v>om Soldaten zum Oberstlieutenant sich emporgeschwungenhatte. Durch einen beklagenswerthen Mißgriff war ihm solchein Posten anvertraut. Als er belagert wurde, zeigte sich, daßsein beim Angriff und in offener Schlacht so stürmischer Muthnicht mit der ausdauernden Festigkeit und Kaltblütigkeit ge-paart war, die allein in der Vertheidigung seines Castells ohneAussicht auf Hülfe und fast ganz ohne Artillerie gegen über-reichlich damit versehene Feinde ein ehrenvolles Ende ihm ver-sichern konnten, wo der Sieg nicht mehr möglich war.
El Collado aber ist ein wenige Meilen nördlich von Al-puente gelegener Berg, so hoch, daß das Hinaufreiten mir eine