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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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sie Jahre lang in den Kerkern der Christines jede Unbilde stand-haft ertragen hatten, 60V Mann, begierig, so viele Leiden blutigzu rächen. Aber nur 200 von ihnen waren bewaffnet, währenddie Garnison des Schlosses von Beteta kaum 1,50 Mann starkwar. Mit dem Bataillone »üäoliäocl »l ks^« Treue demKönige wie die Ausgewechselten ehrend benannt waren, undseinen Escadronen machte Valmaseda durch ganz Guadalajaraund selbst nach den Provinzen Soria und Burgos hin Aus-flüge, in denen leider Menschlichkeit nicht immer seine unbe-zähmbare Bravour und Kühnheit begleitete.

Wie ich allgemein Alles, was seit dem Rückzüge Espar-tero's aus seiner drohenden Stellung im Innern des Hochge-birges von Cantavieja und Morella sich ereignete, mehr als ge-wöhnlich detaillirt habe, weil ich der einzige Deutsche bin, derwährend des Winters und bis zum Augenblicke der gänzlichenVernichtung .mit den letzten Vertheidigern des rechtmäßigen Kö-nigs gegen die Übermacht und den Verrath kämpfen dursteso weile ich auch länger bei der Schilderung der Verhältnisse,wie sie in diesem, nun ganz isolirten Theile der carlistischenMacht Statt fanden. Sie gewähren einen tieferen Blick in dieEigenthümlichkeiten jenes Krieges und versetzen uns in mancherBeziehung in die Zeiten zurück, da die Carlisten, noch schwachund unbedeutend, in einzelnen Guerrillas von ihren festenSitzen in den unzugänglichen Gebirgen herab den rings sie um-gebenden Feindeshaufen Hohn sprachen und Jncursionen in dasInnere deS feindlichen Gebietes machten, um ihre Bedürfnisse vor Allem Waffen und Lebensmittel sich zu verschaffen,oder irgendwo einen schlau berechneten und kühn ausgeführtenSchlag zu führen, wo die Christinos am wenigsten ihn erwar-ten konnten.