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Übrigens ward während der zwei Monate, in denen ich dieLeitung der Arbeiten in Canete hatte, sehr Viel zur Vervoll-ständigung der Werke gethan, für die meistens Brusco schonden Plan entworfen hatte. Zweihundert Kriegsgefangene undsechshundert Bauern mit Maulthieren oder Eseln waren täglichin der Errichtung jener Redoute und dem Hinausschaffen vonBaumstämmen nach dem Castell, so wie in der Zubereitungund dem Transport der mannigfachen Materialien beschäftigt,während — bei unsern Mitteln eine ungeheure Arbeit — unterder Oberfläche des Felsens bombenfeste Casernen, Magazine undCisternen geöffnet wurden, welche, vollkommen beendigt, auchder furchtbarsten Artillerie spotten konnten.
Zugleich gelang es, von dem nahen Flüßchen für den Falldes Angriffes eine Überschwemmung rings um die Mauer vor-zubereiten und den bedeckten Weg zu beendigen, der von derStadt nach dem Castell hinauf in den Felsen gehauen und ge-sprengt *) wurde. Ein starkes Blockhaus auf der halben Höheund eine unten am Ausgange des bedeckten Weges befestigte 'und unter dem Feuer des Castells und der Redoute in der die «letzteren trennenden Schlucht liegende Hermite vervollkommne- ;ten das Vertheidigungs - System, so daß wir nur noch bedauernmußten, nicht die zur vollständigen Garnirung der Werke hin- !längliche Artillerie zu besitzen. Denn echt facciosisch hatten wir!lediglich vier kleine tragbare Berggeschütze, eine vierpsündigeiKanone, eine fünfzöllige Haubitze — der spanische Fuß ist um >
*) Bei einer Explosion ward ein Stein über das Castell hinweg bis jauf die an der andern Seite im Thal hinlaufende Straße — fabel-haft scheinende Entfernung >— geschleudert und traf ein armesMädchen von dreizehn Jahren an den Kopf, so daß es eine Stundenachher starb. Überhaupt kamen bei den Arbeiten im Felsen vieleUnglücksfälle vor.